Als ich dieses Jahr meine Scheune neu gepflastert und “möbliert” habe, war mir wichtig, dass sich Paletten und Gitterboxen darin gut bewegen und stapeln lassen. Dafür habe ich mir nun das passende “Fahrzeug” besorgt. Weiterlesen
Als ich dieses Jahr meine Scheune neu gepflastert und “möbliert” habe, war mir wichtig, dass sich Paletten und Gitterboxen darin gut bewegen und stapeln lassen. Dafür habe ich mir nun das passende “Fahrzeug” besorgt. Weiterlesen
Ich will ehrlich sein, eigentlich hatte ich keinen großen Bock. Aber wenn sich jemand die Mühe macht, ein neues Ostfahrzeugtreffen auf die Beine zu stellen, und dann auch noch hier im Westen, dann muss das unterstützt werden.
Am Tag vor der Treffen habe ich den Racer nochmal durchgeschaut: Reifendruck, Kettenspray, Sprit … huch, die Zündspule hängt auf halb 12. Der von mir umgebaute Halter war einseitig durchvibriert.
Also flott geschweißt, lackiert und eingebaut. Es konnte losgehen.
Zum OFZTE musste ich ca. 125 km gen Westen fahren, bis kurz vor Darmstadt. Die Anfahrt war okay, aber einen Preis für die tollste Tour 2026 gewinnt sie sicher nicht. Ziemlich herbstliches Wetter mit grauem Himmel und kühlen Temperaturen, für nachmittags war sogar Regen angekündigt.
Quer durch Spessart und Odenwald klingt ja ganz nett. Tatsächlich bin ich aber nur einer ziemlich öden Bundesstraße gefolgt und gefühlt ein Drittel der Strecke durch irgendwelche Städte gegurkt. 🙁
Nach knapp 2 Stunden war ich endlich da. Das Treffen war sehr überschaubar, was ich aber schon erwartet hatte. Schließlich war das hier quasi der Probelauf, der erste Versuch. So ein Treffen muss sich erstmal rumsprechen, um eine größere Menge von Besuchern anzuziehen.
Als ich vor Ort war, waren ca. 20-30 Leute und entsprechend viele Fahrzeuge da. Mit Abstand die meisten stammten von Simson, aber auch ein paar MZ und 2 Trabis waren vertreten. Also viel ostdeutsche “Massenware” (was überhaupt nicht negativ gemeint ist).
Nur eine Simson 125 “Schikra” stach aus der Masse heraus: Ein Moped mit taiwanesischem Viertaktmotor und einem Gitterrohrrahmen á la Ducati Monster. Damit wollte Simson nach der Wende sein Überleben sichern, allerdings ohne Erfolg. Genau wie bei MZ endete eine lange und erfolgreiche Firmengeschichte in der Insolvenz. Entsprechend selten sind diese Fahrzeuge, angeblich wurden nur 400 gebaut.
Ich hab ein bisschen geguckt und ein bisschen gequatscht und ein bisschen Kaffee und Kuchen probiert. Alles super. Aber ein Blick aufs Regenradar ließ leider nichts gutes ahnen. Da ich mir schon alle Fahrzeuge teils mehrfach angeschaut hatte, habe ich nach ca. einer Stunde den Heimweg angetreten.
Nachdem die Regenfront immer näher kam und der Hinweg ohnehin nicht so toll war, habe ich mich auf dem Rückweg für die Autobahn entschieden. Zumindest den Großteil der Strecke. Und ehrlich gesagt hat mir das deutlich mehr Spaß gemacht:
Der Racer fährt mit der neuen Vorderradfelge soooo viel angenehmer! Selbst bei Topspeed fährt er superruhig und -stabil geradeaus. Kein Lenkerflattern, keine Unruhe im Fahrwerk, einfach völlig entspannt und berechenbar. Ich konnte es mir auf dem Tankrucksack bequem machen und bin streckenweise sogar einhändig gefahren. Früher wäre das undenkbar gewesen.
Dazu lief der Motor wunderbar: Die Berge im Spessart bin ich problemlos mit 120 hochgefahren und teilweise mit knapp 140 wieder runter. Und das nicht in “Angriffsposition”, sondern relativ aufrecht und ohne Gasgriff am Anschlag. Verrückt.
Das bedeutet nicht, dass der Racer jetzt ein komfortables Reisemotorrad wäre. Die Sitzposition ist immer noch unbequem, der Sattel hart, der Kniewinkel spitz, der Motor laut und die Vibrationen in den Fußrasten auf Dauer schmerzhaft. Aber das muss so. 😉
Das OFZTE 2026 war nicht der Megaknüller, den man auf keinen Fall verpassen darf. Aber es war ein schönes kleines Treffen mit Potential. Mir hat’s Spaß gemacht und ich würde mich über eine (etwas größere) Fortsetzung freuen.
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