Jedes Jahr nehme ich mir ein größeres Bau- oder Sanierungsprojekt vor. Letztes Jahr war es das Scheunendach. Dieses Jahr stand der Scheunenboden und die Einfahrt auf dem Programm. Dabei ging es nicht nur um die Optik, sondern vor allem um Nutzbarkeit und Hochwasserschutz.
Vorher – der ursprüngliche Zustand
Der Boden in der Scheune bestand aus einem Flickenteppich von 4 verschiedenen Pflastersorten und kaputtem Beton. Das ganze kombiniert mit einem teilweise kaum vorhandenen, teilweise sehr starken Gefälle. Das sah nicht nur unschön aus, sondern machte auch das Aufbocken der Motorräder zu einem Abenteuer. Und da das alte Pflaster direkt auf dem Erdreich lag, zog bei Regen das Wasser zwischen den Steinen hoch.
Die Einfahrt in die Scheune war asphaltiert, allerdings mit großen Schlaglöchern. Auch hier gab es ein Gefälle. Der tiefste Punkt befand sich unter dem Tor, wo eine offene Birco-Rinne verlief, um das Regenwasser von der Einfahrt und vom Dach aufzunehmen.
Was genau war jetzt das Problem? Nun ja, das Ganze war nicht sehr schön und noch dazu sehr uneben, was gerade mit den Motorrädern problematisch war.

Der Vorteil am Gefälle war, dass ein Auto auf Rampen trotzdem gerade stand. Für den Ölwechsel ideal.
Das größte Problem war aber der Hochwasserschutz. Direkt hinter der Straße befindet sich ein großer Teich. Alle paar Jahre kommt es vor, dass der Teich bei starkem Regen überläuft. Oder dass die Kanalisation überfordert ist und überläuft. Da der Scheunenboden unter Straßenniveau lag, lief das Wasser dann in die Scheune und konnte nicht mehr raus. In den 3 Jahren, die ich hier wohne, ist das schon zweimal passiert. Zum Glück immer nur kurz und mit überschaubaren Wassermengen. Aber es war nur eine Frage der Zeit, bis es mal richtig heftig kommt. Und dann wären nicht nur die Fahrzeuge in Gefahr, sondern auch mein Technikraum mit Heizung, Stromanschluss etc.
Deshalb war mein wichtigstes Ziel: Der Scheunenboden muss über Straßenniveau angehoben werden, am besten sogar höher als der Gehweg. Dann müsste das Wasser schon sehr hoch stehen, bis es in die Scheune läuft. Und selbst wenn, läuft es dann auch wieder zügig ab.

In der Scheune ging es ziemlich chaotisch zu. Ich hab zwar immer alles gefunden, aber selten auf Anhieb.
Und wenn ich schonmal dabei war, wollte ich die Einfahrt und die Scheune natürlich auch “optisch aufwerten”. Sie sollte danach schöner sein als vorher. Und natürlich ordentlicher und besser nutzbar. 😉
Ich brauche einen Plan
Ich habe mir viele Gedanken gemacht, wie es werden soll. Betonplatte? Pflaster? Asphalt? Mit Gefälle oder ganz ohne? Was passiert mit der Rinne und der Entwässerung der Fläche? Was wird das alles kosten? Und wie macht man das überhaupt?
Zum Glück hatte ich mal wieder ein paar erfahrene Berater und “Anpacker”, die mir geholfen haben. Ganz besonderer Dank gilt Wolfgang, ohne den das alles nichts geworden wäre!
Am Ende war der Plan: Es wird gepflastert. Eigentlich wollte ich für die Einfahrt historisches Kopfsteinpflaster oder Schlackesteine. Aber das zu bekommen und zu verlegen, wäre gar nicht so einfach gewesen. Deshalb habe ich mich für ein neues Betonpflaster in Basaltoptik entschieden. Leicht zu verlegen, schnell verfügbar und bezahlbar. Und wenn erstmal Moos und Löwenzahn in den Ritzen wachsen, sieht es bestimmt auch schön “rustikal” aus.
In der Scheune sollte es ganz einfaches S-Form-Pflaster sein. Das finde ich zwar nicht schön. Aber man bekommt es gebraucht sehr günstig, es ist leicht zu verlegen und vor allem sehr belastbar. Bei Kleinanzeigen.de wurde ich schnell fündig: Altes Pflaster zum “Selberpflücken”:
Mehrere Nachmittage war ich beschäftigt, bis ich die passende Menge Steine rausgesucht und in 6 Gitterboxen verstaut hatte. Danach weiß man, was man geleistet hat. 😉
Die gesamte Fläche sollte ein leichtes Gefälle (ca. 1 cm pro Meter) bekommen, durchgehend von der Scheunenrückwand bis zur Straße. Im Außenbereich zusätzlich ein ganz leichtes Gefälle vom Haus weg.
Um das hinzubekommen, musste im Bereich des Tores der Boden über 40 cm angehoben werden. Hinten in der Scheune immerhin noch gute 15 cm.
Die offene Rinne war somit überflüssig und sollte durch ein geschlossenes Rohr ersetzt werden. Da man Flächen nicht über die Straße oder den Gehweg entwässern darf, sollte an den nunmehr tiefsten Punkt, direkt am Gehweg, eine kurze Rinne gesetzt werden.
Klingt nach einem Plan, oder?
Die Vorbereitungen starten
Zuerst musste die Scheune ausgeräumt werden. Einen Teil der Sachen habe ich in anderen Teilen der Scheune eingelagert, ein paar Fahrzeuge bei den Nachbarn untergestellt und den großen Rest auf einen geliehenen Traktoranhänger gepackt, der in einer anderen Nachbarsscheune untergestellt wurde. Gute Nachbarn sind echt Gold wert!

Die Scheune ist ausgeräumt. Bei der Gelegenheit habe ich gleich noch das Mofa verschenkt. Was weg ist, steht nicht im Weg rum.
Dann habe ich den Asphalt in der Einfahrt rausgerissen und entsorgt. Zumindest den größten Teil. Ein bisschen konnte ich gleich als Füllmaterial wiederverwenden.
Die alte Rinne wurde ebenfalls rausgerissen und durch ein KG-Rohr ersetzt.
Als nächstes standen die Wände auf der Liste. Eigentlich hat die Scheune sehr schöne Bruchsteinmauern. Aber die waren schon an verschiedenen Stellen mit unterschiedlichen Mörtel und Putz vollgeschmiert worden. Und im oberen Bereich waren die Fugen so gut wie gar nicht ausgefugt. Da ich die Sorge hatte, dass sich beim Festrütteln des Bodens Steine lösen könnten, war mein Plan: Einmal alle Fugen “zuschmieren” und dann alles grob verputzen.

So sah das Mauerwerk vorher aus. Zumindest im oberen Bereich gar nicht mal so schlecht. Aber ein bisschen Mörtel kann nicht schaden, um der Wand mehr Stabilität zu verleihen.
Aber als ich mit dem Zuschmieren fertig war, war mir klar: Um die Wände auch nur halbwegs gerade zu verputzen, bräuchte ich Unmengen von Material und noch viel mehr Zeit. Und wozu das Ganze? Also habe ich es bleiben lassen.
Ich ärgere mich ein bisschen, dass ich mir das nicht vorher überlegt habe. Dann hätte ich ein paar Stunden mehr in das Verfugen investiert, würde es jetzt deutlich besser aussehen. Aber egal. Es ist immerhin nur eine Scheune, kein Wohnraum.
Außerdem musste noch die neue Rinne gesetzt und angeschlossen werden.
Als letztes wurde noch alles genau mit der Schlauchwaage ausgemessen und die gewünschte Oberkante des Pflasters markiert. Nun konnte es losgehen:
Jetzt wird gepflastert
Als erstes haben wir ca. 23 Tonnen Mineralbeton verteilt und festgerüttelt. Dank Traktor und großer Rüttelplatte ging das relativ einfach und es ist auch nichts eingestürzt. Puh.
Danach eine Schicht Kies, alles sauber abziehen, und es konnte mit dem Pflastern losgehen.
Aufgrund der “ungeraden” Formen musste ich für die Einfahrt alle 4 Seiten passend zuschneiden, innen zum Glück nur 2. Zwischendurch musste immer wieder Sand in die Fugen gefegt werden, gerüttelt, wieder Sand, wieder gerüttelt …
Nacharbeiten und Einräumen
Nachdem der Boden drin war, gab es noch ein paar Aufgaben: Der dicke Eichenbalken über dem Tor ist zwar noch stabil und relativ gesund, hängt aber stark durch. Damit er sich nicht noch weiter durchdrückt (und dann das Dach wieder durchhängt), habe ich einen zusätzlichen Querbalken unter die Sparren geschraubt und an beiden Seiten ein passendes Auflager geschaffen. Ob der dünne Balken viel bringt? Keine Ahnung. Schaden kann er nicht und es fühlt sich besser an. 😉
A propos Tor: Durch den angehobenen Boden mussten die Torflügel natürlich gekürzt werden. Das war ein bisschen aufwändiger als es klingt. Vorher hatten die Torflügel außen Aussparungen für die Befestigungen. Das habe ich geändert. Und die Tür im rechten Flügel konnte ich natürlich auch nicht einfach um 50 cm kürzen, sonst wäre sie nur noch 1,5 m hoch gewesen. Also musste der Flügel oben und unten gekürzt werden. Bei der Gelegenheit habe ich noch die oberen Befestigungen überarbeitet und neu lackiert sowie Fangbänder angebracht.
Vor dem Einräumen musste noch die Regale bearbeitet und aufgestellt werden. Das normale Werkstattregal für den Kleinkram habe ich gereinigt, grau gestrichen und an die Rückwand gestellt. Später kam oben noch ein dickes Brett als Abschluss darauf.
Das Kragarmregal hat zusätzliche Ausleger bekommen. Denn auch dort wollte ich ganz oben ein stabiles Brett als “Empore” anbringen, sowie zusätzliche Zwischenlagen für mehr Stauraum und Ordnung. Dafür war es wichtig, dass die einzelnen Holme nahezu perfekt parallel, in einer Flucht und trotz Gefälle auf gleicher Höhe stehen. Das hat viel Zeit und Geduld erfordert, hat aber ganz gut geklappt.
Die “Empore” soll vor allem dekorativ sein. Da stehen Sachen, die man selten braucht und die gut aussehen: Die alte Harley, mein Pocketbike, alte Fässer, Kanister und Holzkisten und solcher Kram.
Der Bereich darunter soll aber vor allem funktional sein. Deshalb habe ich die Abstände zwischen den Holmen auch so gewählt, dass jeweils eine Gitterbox oder eine Palette dazwischenpasst. Auf die Weise ist der Platz optimal ausgenutzt, ich komme mittels Hubwagen immer überall ran und kann auch sehr schnell umräumen, wenn im Winter z.B. Feuerholz in die Scheune soll.
Die Mülltonnen, die sonst immer vor dem Tor standen, haben nun auch einen “aufgeräumten” Platz in der Scheune gefunden. Das Rennrad, das aktuell fast täglich zum Einsatz kommt, hängt darüber.
Die Regale sind ordentlich eingeräumt. Ich weiß genau, wo was liegt und wie ich rankomme. Nur leider ist die Scheune durch den ganzen Umbau nicht größer geworden. Man muss sich immer noch zwischen den Fahrzeugen durchquetschen und “Scheunentetris” spielen, wenn man etwas von hinten braucht.
A propos Fahrzeuge: Die stehen jetzt auf Ölfangmatten aus gummiertem Filz. Ich möchte die neuen Pflastersteine nicht direkt mit Ölflecken versauen. Die kommen eh schnell genug.
Fazit
Ein paar sehr intensive Arbeitswochen liegen hinter mir, mit dem einen oder anderen Muskelkater. Trotzdem verlief die ganze Aktion deutlich reibungsloser und schneller als gedacht. Noch dazu erstaunlich günstig. Das verdanke ich vor allem den vielen Helfern, die mich dabei unterstützt haben. Danke! Mit dem Ergebnis bin ich super happy! Endlich herrscht auch in der Scheune Ordnung, es sieht nach was aus und ich muss keine Angst mehr wegen Hochwasser oder umgekippter Mopeds haben.

Fertig! Ich finde, es sieht super aus. Vielleicht kommt noch eine kleine Bank oder ein schöner Pflanzkübel hin.
Nächstes Jahr will ich mich dann meinem Hof widmen. Es wird nie langweilig. 😉









