Als ich dieses Jahr meine Scheune neu gepflastert und “möbliert” habe, war mir wichtig, dass sich Paletten und Gitterboxen darin gut bewegen und stapeln lassen. Dafür habe ich mir nun das passende “Fahrzeug” besorgt.
Eigentlich wollte ich mir nur einen normalen Hubwagen holen. Vielleicht einen mit kurzen Zinken, der weniger Platz wegnimmt und für meine Zwecke wahrscheinlich gereicht hätte. Mehrere Monate habe ich auf Kleinanzeigen.de Ausschau gehalten, aber irgendwie war nie der passende dabei. Entweder zu neu, also zu teuer. Oder billig, dann aber reparaturbedürftig oder komplett defekt.
Aber dann tauchten ein paar Angebote auf, die mich auf neue Ideen brachten: Scherenhubwagen mit ca. 80 cm Hubhöhe. Oder richtige Hochhubwagen mit elektrischer Hubfunktion und bis zu 160 cm Hubhöhe. Fast schon kleine Gabelstapler, die von Hand bewegt werden und relativ wenig Platz benötigen.
Die Fantasie geht mit mir durch
Was könnte man mit so einem Ding nicht alles machen? Also ganz offensichtlich könnte ich damit meine Paletten und Gitterboxen voller Feuerholz, Schrott und anderem Material bewegen und stapeln. Das wäre eine große Erleichterung, denn bislang musste ich gerade die Gitterboxen immer mit einer zweiten Person stapeln, was natürlich nur im leeren Zustand ging. Mit dem Hubwagen könnte ich das auch alleine und sogar mit vollen Boxen!
Aufgrund der Hubhöhe könnte man auch schwere Lasten von oben anheben. Quasi wie ein kleiner Kran. Einen schweren Stein auf eine Palette. Einen Motor aus einem Auto. Sowas in der Art.
Außerdem könnte man so ein Gerät als Hebebühne verwenden: Motorrad auf eine (Lang-)Palette oder etwas ähnliches stellen, festzurren, anheben, fertig. Arbeitshöhe frei wählbar, mobil, alles toll! Falls das zu kippelig ist, muss man auch nicht direkt auf dem Hubwagen arbeiten. Man könnte die Palette stattdessen auf 2 stabile Böcke heben. Dann käme man auch problemlos von allen Seiten an das Motorrad.
Auch als unkomplizierter Wagenheber ließe sich der Hubwagen gebrauchen. Mal schnell den Traktor oder das Auto an einer Achse oder Seite anheben, um z.B. Räder zu tauschen? Kein Problem.
Mit etwas Mut könnte man ihn vielleicht sogar als mobile und höhenverstellbare Arbeitsbühne verwenden. Palette oder Gitterbox drauf, anheben, draufkletten. Schon kann man in 3-4 Metern Höhe arbeiten.
Wie man sieht, bietet so ein Gerät wesentlich mehr Möglichkeiten als ein normaler Hubwagen. Und dabei nimmt er nicht viel mehr Platz weg und kostet auch nicht deutlich mehr.
Also worauf warten? Ein paar Tage später war ein passender Hochhubwagen zu einem fairen Preis gefunden und flott abgeholt.
Genkinger BEG 116

Beim Abladen ohne Gabelstapler & Co. mussten wir ein bisschen kreativ sein. Das hat am Ende auch wunderbar funktioniert.
Das gute Stück nennt sich “Genkinger BEG 116” und ist ein Elektro-Hochhubwagen mit eingebautem Ladegerät, knapp 250 kg Gewicht, 1 Tonne Tragfähigkeit und 1,6 m Hubhöhe. Er ist Baujahr 1993, also gar nicht sooo alt. Er hat sein erstes Leben bei FAG Kugelfischer in Schweinfurt verbracht, ist also quasi ein Stück deutsche Industriegeschichte.
Der Zustand ist wirklich tadellos: Kein Rost, kein Gammel, kein Dreck. Die Hydraulik ist dicht, die Elektrik funktioniert (dazu später mehr), und auch empfindliche Details wie die Schutzscheibe und der Spiegel sind intakt. Frisch gestrichen ist er auch noch! 🙂
Probefahrt
Um ihn zu testen, habe ich mit meinem Traktor eine Box mit Feuerholz vom Holzplatz geholt.
Das Abladen vom Anhänger hat wunderbar funktioniert. Allerdings sind mir kleine Einschränkungen gegenüber einem klassischen Gabelstapler aufgefallen: Die unteren Zinken mit den Rollen sind mitunter im Weg. Ich könnte nicht seitlich an den Anhänger ranfahren, weil die Zinken gegen das Anhängerrad gestoßen sind. Ich musste also von hinten abladen. In diesem Fall kein Problem, in anderen Fällen vielleicht schon. Und: Man kann die Zinken nicht kippen. Der Anhänger musste also ganz gerade stehen, um die Zinken unter die Box zu bekommen.
Anheben und Abladen war dann aber ein Kinderspiel. Wobei man dazusagen muss, dass das Fahren und Lenken mit dem beladenen Hubwagen etwas anstrengender ist als mit einem normalen Hubwagen. Klar, er wiegt deutlich mehr. Aber das ist nicht das Hauptproblem.
Das Problem sind die hinteren Räder. Die stehen weit auseinander, um für einen sicheren Stand zu sorgen. Das sorgt aber auch für höhere Lenkkräfte. Außerdem lassen sie sich nicht so weit einschlagen. Bei einem normalen Hubwagen kann man quasi auf der Stelle wenden. Mit dem hier muss ich beim Rangieren deutlich öfter vor und zurück. Das ist kein Problem, aber ungewohnt.
Ich habe mit dem Hubwagen dann auch mal testweise den Traktor an der Vorder- und Hinterachse angehoben. Dafür habe ich mir Gummiklötze besorgt, wie sie normalerweise auf Hebebühnen verwendet werden. Auf die Weise kann nichts verrutschen und der Lack nimmt keinen Schaden. Das hat wunderbar funktioniert. Man kann irre feinfühlig anheben und absenken, quasi millimeterweise.
Batterie und Ladegerät
Der Hubwagen besitzt eine richtig große 12V-Autobatterie und ein integriertes Ladegerät. Als Ladeanzeige dient ein Amperemeter. Aber irgendwie hat da was nicht gepasst. Die Batterie hatte nur ca. 11,9 V. Also habe ich das Ladegerät angesteckt. Das Amperemeter hat aber weiterhin nichts angezeigt. (Batterie voll? Kann ja nicht sein.) und am Ladegerät hat das Symbol rechts geleuchtet. (Kurzschluss? Verpolt?)
Mir ist dann aufgefallen, dass die Batterie falsch herum angeschlossen ist. Irgendjemand hat Klebeband an den Polen angebracht und am Pluspol ein Minus draufgemalt und am Minuspol ein Plus. Ich weiß nicht, ob das schlicht ein dummer Fehler war (wahrscheinlich) oder Absicht (unwahrscheinlich). Aber da der Hubwagen wunderbar funktioniert und ich das mit dem Laden ohnehin anders lösen möchte (im nächsten Beitrag mehr dazu), habe ich es so gelassen.
Fazit
Der Hochhubwagen ist ein etwas skurriles Teil, das mir die Arbeit mit meinem Feuerholz und meinen Fahrzeugen sehr erleichtert, wenig Platz wegnimmt und gar nicht mal so teuer war. Außerdem findet mein Sohn es sauwitzig, damit hoch- und runtergefahren zu werden. Insofern ist das Ding ein voller Erfolg und eine gute Ergänzung für meinen Fuhrpark!
