Was war, was wird.

Ursprünglich war dieses Blog als Umbautagebuch für meinen Café Racer auf MZ-Basis geplant. Der Umbau ist nun schon eine ganze Weile abgeschlossen. Und auch die Kinderkrankheiten und Optimierungen sind abgehakt. Ich fahre das Motorrad regelmäßig im Alltag, was sehr viel Spaß macht, aber wenig Anlass für Beiträge liefert. Was soll ich hier also noch schreiben?

Ab und an mal Fotos von Touren, kurze Berichte über anfallende Reparaturen oder besondere Anlässe wie mein Start beim Café-Racer-Sprint beim Glemseck 101. Aber das war es auch schon wieder. Zu viel, um das Blog zu beenden, zu wenig, um dauerhaft interessant zu sein.

Ich werde das Blog deshalb etwas erweitern. Der „Ratracer“ wird natürlich weiter eine zentrale Rolle spielen, aber nicht mehr die einzige. (Eine wirklich fundamentale Veränderung wird das nicht, schließlich habe ich auch schon in Vergangenheit immer mal wieder über meine anderen Motorräder berichtet oder einen ausführlichen Bericht über meine Schwedentour mit dem MZ-Gespann geschrieben.)

Für den bevorstehenden Winter habe ich mir zwei Projekte vorgenommen, die ich hier ausführlich vorstellen möchte.

1. Hercules Liliput

Ich habe schon seit gut einem Jahr eine Hercules Liliput als Dekoration in meinem Arbeitszimmer stehen. Baujahr irgendwann Anfang der Dreißiger, 98-Kubik-Zweitaktmotor von Fichtel und Sachs mit ca. 2 PS.

Hercules LiliputOb das jetzt schon ein richtiges Motorrad oder noch ein Fahrrad mit Hilfsmotor ist, darüber kann man streiten. Die Trapezgabel und die saubere Integration aller Bauteile sprechen für ersteres, die Rahmenform und die Pedale für letzteres. Die Wahrheit liegt wie immer irgendwo dazwischen. Unstrittig ist nur der Zustand: Komplett verrostet, Motor fest und es fehlen sehr viele Teile. Eine Restaurierung wäre deshalb wirtschaftlich totaler Unsinn und würde das Moped obendrein seines authentischen „Scheunenfund“-Charmes berauben. Trotzdem ist da diese Stimme in meinem Kopf, die immer wieder ruft „Motorräder sind zum Fahren da! Wie toll wäre es, wenn man diesen Schrotthaufen wieder zum Laufen bringen würde? Und zwar genau in diesem Zustand!“ Tja, da ist was dran.

Ich habe mir deshalb vorgenommen, das Teil soweit herzurichten, dass man damit die Straße rauf- und runter- oder mal auf einem Oldtimertreffen rumfahren kann.

Der Plan ist also: Motor öffnen und hoffentlich mit geringem Aufwand zum Laufen bekommen. Und dann alle notwendigen Teile reparieren bzw. erneuern. Reifen, Batterie, evtl. Bremsen, Ketten, Gasgriff, Choke. Ich hoffe, dabei bleibt es. Ich werde berichten.

2. Ich baue mir ein Fahrrad

Richtig gelesen, ein Fahrrad. Eigentlich bin ich, seit ich Motorradfahrer bin, kaum noch Fahrrad gefahren. Das ist mir einfach zu langsam, zu langweilig und zu anstrengend. Aber so ein Fahrrad ist ein tolles Objekt, um sich beim Basteln komplett ohne Sinn und Verstand austoben zu können. Die Kosten sind gering, die Möglichkeiten groß, es nimmt wenig Platz weg, man hat keinen TÜV im Nacken, der einen einschränkt, es hat einen gewissen Nutzwert und wenn es einem am Ende nicht gefällt, wirft man es einfach auf den Schrott.

Ich habe mir schon ein paar Gedanken gemacht und dabei so ziemlich alles hinterfragt, was man gemeinhin für selbstverständlich hält. Warum muss ein Fahrrad eigentlich 2 Räder haben? Warum nicht 3? Oder 10? Und warum überhaupt Räder? Warum nicht Kugeln, Walzen oder Ketten? Kann man ein Fahrrad mit einer Kettensäge oder einem Segel antreiben und was sagt der Gesetzgeber dazu? Wie groß oder klein darf ein Fahrrad sein, um es noch nutzen zu können? Wie viele Dynamos braucht man, um einen Suchscheinwerfer oder eine Kompressorfanfare zu betreiben? Ist es möglich, ein Fahrrad mit Methan anzutreiben? Und wieviele Bohnen müsste man essen, um damit 10 km weit zu kommen? Warum können Fahrräder nicht schwimmen oder fliegen?:)

Im ersten Schritt sind der Fantasie erst einmal keine Grenzen gesetzt. Im zweiten Schritt möchte ich mir dann etwas bauen, was trotzdem irgendwie alltagstauglich oder zumindest nutzbar ist. Gut möglich, dass es dann doch „nur“ auf eine originelle Rahmenform oder auf ein Fahrrad mit Beiwagen hinausläuft.

Wie soll es konkret ablaufen? Ich werde in nächster Zeit meine verrückten Ideen in Form von Skizzen zu Papier bringen und hier veröffentlichen. Zusammen mit einer kleinen Zusammenfassung der theoretischen Vor- und Nachteile. Und sobald eine praktikabel erscheinende Idee gefunden ist, werde ich versuchen, sie in die Praxis umzusetzen – und natürlich hier dokumentieren.

Ich bin mal gespannt. 🙂

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2 Gedanken zu „Was war, was wird.

  1. Detailfotos zu deinen Projekten wären schön. Änderungen, Halterungen, und Detaillösungen finde ich immer sehr interessant.

    • Eigentlich versuche ich, sämtliche Umbauten möglichst detailliert darzustellen. Wenn Du Dich für ganz konkrete Sachen interessierst, sag einfach Bescheid! Dann kann ich gerne weitere Fotos liefern.

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