Fuhrparknotizen – Teil 17

Bei mir steht zur Zeit ein Haufen Geschraube an. Der Winter hat am Gespann seine Spuren hinterlassen und meine letzte Bremsenoptimierung hat leider das Gegenteil bewirkt. Mit der Bandit bin ich trotz vorsorglicher Schrauberei durch die HU gerasselt und der Racer muss auch um die Plakette fürchten.

1. Das MZ ES 250/2 Gespann

Im Herbst hatte ich dem Gespann rundrum neue Bremsbeläge von Ferodo und Versteifungsbleche spendiert, um endlich für vernünftige Verzögerung zu sorgen. Leider war das Ergebnis nicht weniger als eine Katastrophe. Die Beläge haben schrecklich gequietscht und die Bremswirkung wechselte spontan zwischen schlecht und nicht vorhanden. Und dann war auch noch die Beiwagenbremse fest.

Alle Gespann fliegen hoooooch! Einmal alle Räder raus. Das Hinterrad ist nur lose reingesteckt, damit das Gespann nicht umkippen kann.

Ich habe deshalb vor ein paar Tagen alle Räder und Bremsen ausgebaut und mit dem Schlimmsten gerechnet. Ich hätte schwören können, dass mindestens bei einer Bremse die Beläge abgelöst sind. Waren sie aber nicht. Stattdessen waren die vorderen Bremsbeläge mit Öl vollgesogen (vielleicht ist das beim Abdampfen nach meinem Wintertreffen passiert?), die hinteren waren ziemlich riefig und im Beiwagen waren sie etwas verglast, weil der Bremsnocken festgerostet und die Bremse dadurch heißgelaufen war.

Bremse fest

Die Beiwagenbremse ist fest. Durch das Streusalz ist der Bremsnocken festgerostet und dreht sich nicht mehr zurück. Das Ergebnis: Ein nach rechts ziehendes Gespann, eine glühendheiße Bremse und leicht verglaste Bremsbeläge.

Dazu kam, dass die Achse vom Hinterrad Laufspuren von den Lagern zeigt und nur schwer rausging, also vermutlich leicht verbogen ist, und die Achse vom Beiwagen so locker durch die Lager rutscht, dass sie spürbares Spiel hat. Bremsen im Eimer, Achsen verschlissen, fehlen noch die Lager: Die Radlager im Beiwagen waren rostig und die vom Hinterrad ließen sich nur mit sehr viel Kraft bewegen. Aber auch das war noch nicht das Ende: Kaum waren die Sommerräder montiert, fing das Vorderrad beim Bremsen an zu hüpfen. Das hatte es letztes Jahr schon gelegentlich gemacht. Da das Winterrad nicht hüpft, dürfte klar sein, dass die Radnabe des Sommerrades unrund ist. Bingo!

Nicht nur die Bremsbeläge waren riefig, auch die Bremstrommel. Ich weiß nicht, ob die Ferodo-Bremsbeläge schuld sind, aber vor deren Einbau war das nicht so extrem.

Da die Saison vor der Tür steht, wollte ich keine halben Sachen machen. Das heißt: Die riefigen und verölten Ferodo-Bremsbacken sind rausgeflogen. Das unrunde Vorderrad und das riefige Hinterrad habe ich zu Herrn Hanstein nach Coswig geschickt, wo sie ausgedreht werden und die Bremsen mit passenden Übermaßbelägen versehen werden. Sämtliche Räder bekommen neue Lager. Bei der Gelegenheit messe ich auch alle Distanzhülsen und tausche sie ggf. gegen passende. Bei Beiwagenrad habe ich das schon erledigt und die festgerostete Bremse komplett zerlegt, ordentlich geschmiert und mit abgeschliffenen Belägen neu zusammengebaut. Die krummen bzw. untermaßigen Achsen werden gegen gute gebrauchte bzw. neue getauscht. In der Summe ein ziemlicher Aufwand und auch nicht ganz billig, aber vielleicht habe ich dann endlich Bremsen, die diesen Namen verdienen.

2. Der MZ Café Racer

Beim Ratracer habe ich im Winter den neuen Kennzeichenhalter noch mal überarbeitet. Er ist jetzt etwas länger, so dass nichts mehr am Reifen schleifen kann. Außerdem müsste sich jetzt auch der Kennzeichenwinkel im legalen Bereich befinden. Jetzt muss ich nur noch einen Prüfer finden, der mir damit eine Plakette gibt. Nächsten Monat steht HU an und die meisten Prüfer haben sofort abgewunken, also ich gesagt habe, dass mein Motorrad hinten kein Schutzblech hat. Ich habe die Hoffnung aber noch nicht aufgegeben.

Ein Problem, das nicht wirklich eines ist, ist mir diesen Winter schon zum zweiten Mal aufgefallen: Die Batterie lässt sich nicht mehr laden. Sie hat noch ca. 10 Volt und wird vom Ladegerät nicht mehr erkannt. Es leuchtet nur die Fehler-Leuchte. Das war letzten Winter schon so. Aber wie gesagt ist das nicht weiter schlimm, denn die elektronische Vape-Zündung braucht eigentlich gar keine Batterie. Die dient in dem Fall nur als Puffer, und die Aufgabe erledigt sie auch mit 10 Volt. Einziges Problem ist, dass ich bei ausgeschaltetem Motor nur funzeliges Licht habe. Aber solange ich nicht nachts irgendwo liegenbleibe, ist das ein eher theoretisches Problem.

3. Suzuki Bandit

Meine Bandit bin ich seit dem 1. März schon ein paar Mal gefahren. Und da die Hauptuntersuchung diesen Monat ansteht, wollte ich den Sonnenschein für eine Fahrt zur Dekra nutzen. Wie sich das gehört, habe ich sie natürlich vorher rundrum angeschaut und dabei festgestellt, dass die Hupe nicht geht. Nach einigem Messen und Suchen habe ich herausgefunden, dass der Schalter korrodiert war. Ein bisschen feines Sandpapier und WD40 haben wieder für Kontakt gesorgt.

Also auf zur Dekra! Dort gab es gleich zwei Enttäuschungen:
1. Der Prüfer wollte die Hupe gar nicht hören. 😉
2. Durchgefallen! Und zwar deshalb, weil der hintere Reifen komplett abgefahren ist. 1,1 mm Profiltiefe! Ich Depp habe gar nicht nach den Reifen geschaut, weil ich mir absolut sicher war, dass die noch in Ordnung sind. Tja, nun werden 15 Euro Lehrgeld für die Wiedervorführung fällig. Ansonsten hatte der Prüfer nichts auszusetzen, auch die Abgaswerte waren tadellos.

Mein Höhepunkt war übrigens die Probefahrt des Prüfers. Der gute Mann ist einen Kopf kleiner als ich, dafür aber einige Jährchen älter. Die Probefahrt beendete er in der Prüfhalle auf der ca. 30 cm breiten Hebebühne, neben der es auf jeder Seite ein gutes Stück runter geht. Da bekomme ich schon jedesmal Panik, wenn ich das Motorrad nur rausschieben muss. Aber was macht er? Einen formvollendeten Stoppie mit der 5-Zentner-Bandit! Das Hinterrad war mindestens ein paar Handbreit in der Luft. Respekt! 🙂

4. 400er Katana

Tja, die Katana steht immer noch rum. Der Vergaser müsste noch mal gereinigt und geprüft werden. Aber solange ich keine Sitzbank habe, brauche ich das nicht zu machen. Deshalb bin ich heute beim Sattler vorbeigefahren um zu fragen, wie der Status meiner Sitzbank ist. Immerhin liegt die schon seit ca. einem Jahr bei ihm rum.

Seine fast schon freche Antwort: Ja, die hatte er schon ein paar Mal in den Händen und hat sich sehr gewundert, warum noch niemand danach gefragt hat. 😉 Aber er meinte, vielleicht wird sie diese Woche noch fertig. Na da bin ich ja mal gespannt.

5. Die Werkstatt

In meiner Werkstatt gab es auch einige Aufs und Abs in letzter Zeit. Unter anderem ist mir aufgefallen, dass es einige Nachteile hat, wenn die Werkstatt nicht mehr direkt am Haus ist. Wenn man in der Garage Werkzeug braucht, ist keins da. Und wenn das Motorrad nicht sofort instand gesetzt werden kann, muss man schauen, wie man nach Hause kommt. Da muss ich mir noch was überlegen.

Und dann gab es auch noch ein paar Totalausfälle:

Nachdem ich aus Unachtsamkeit den Druckminderer an der Schutzgasflasche beschädigt hatte, habe ich mir einen ganz billigen bei Amazon bestellt. Der hat nicht einmal eine Woche gehalten und hat den Druck dann fast ungehindert an der Auslassseite rausgelassen. Das Überdruckventil hat auch nicht reagiert. Na super. Ich hab mir deshalb einen neuen, etwas teureren bestellt. Der macht einen deutlich besseren Eindruck.

Der Zeiger des Billigdruckminderers stand nach nicht einmal einer Woche im drucklosen Zustand am Ende der Skala.

Ich habe mir ein paar dünne Schweißhandschuhe gekauft, um beim Arbeiten mehr Fingerspitzengefühl zu haben. Am Ende hatte ich aber nur mehr Schmerzen in den Fingerspitzen: 2 Brandblasen an der Hand und ein 4 mm tiefes Loch im Finger, das mir vom Schweißdraht reingebrannt wurde. Und all das DURCH die Handschuhe hindurch! Dann lieber wieder dicke Handschuhe.

Das Brandloch war nur ein Millimeter klein, dafür 4 mm tief. Es sah nicht schlimm aus, tat aber ordentlich weh.

Dann hatte ich noch viel Spaß mit der Absaugung meiner Sandstrahlkabine. Die hat nämlich nahezu die gesamten Glasperlen durch den Lüfter gesaugt und einfach oben rausgeblasen, statt sie im Filtergehäuse zu sammeln. Beim zweiten Zerlegen habe ich dann endlich den Fehler gefunden: Das Halteblech des Filters war auf einer Seite abgerissen. Der Filter hing deshalb schräg im Gerät und die Glasperlen konnten direkt daran vorbeigesaugt werden. Ich habe das Blech wieder angeschweißt und nun kommt auch nichts mehr raus. Ich kann nur hoffen, dass die Glasperlen dem Motor nicht geschadet haben. Den Schalter haben sie nämlich auf dem Gewissen. Ich habe ihn mehrfach zerlegt und gereinigt, aber er wollte einfach nicht mehr. Ich habe ihn deshalb überbrückt und schalte das Gebläse jetzt zusammen mit der Strahlkabinenbeleuchtung über den Hauptschalter an. Das ist im Prinzip sogar einfacher.

Der abgerissene Halter. Möglicherweise ist das auf dem Transport passiert.

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