Fuhrparknotizen – Teil 15

Es gibt Defekte, die kündigen sich nicht an. Da macht’s plötzlich „Klonk“ und dann ist es passiert. So wie kürzlich an meinem Gespann. Zum Glück, muss man sagen. Auf einer Solomaschine kann sowas nämlich böse ins Auge gehen.

Dem „Klonk“ folgte ein lauter werdendes Quietschen und ein langsamer werdenden Motorrad. Der Motor lief aber noch und nahm auch gut Gas an. Meine erste Sorge, dass Motor oder Getriebe ihren Geist ausgehaucht haben, war also unbegründet. Blieb fast nur Radlager, Bremse oder Endantrieb. Also habe ich das Motorrad am Straßenrand aufgebockt und am Hinterrad gedreht. Deutliche Schleifgeräusche und spürbarer Widerstand, aber das Rad ließ sich trotzdem noch problemlos durchdrehen. Meine nächste Vermutung war deshalb, dass sich mal wieder ein Bremsbelag abgelöst hatte.

Ich habe das Bremsgestänge ganz locker gedreht, so dass das Rad fast komplett freigängig war, und bin dann langsam nach Hause gefahren. Weit war es nicht mehr.

MZ ES 250/2 Hinterrad und Bremse

Kaum war das Hinterrad draußen, fiel mir die Bremse auch schon entgegen. Die Bremsbacken hingen lose runter, überall lagen Aluspäne. Die Rückholfeder der Beläge war mittig gebrochen und hatte sich offensichtlich seitlich zwischen dem Bremsbelag und der Trommel verklemmt. Was genau genommen auch Glück war, denn die Lauffläche der Bremse war nicht betroffen. Die kleine Furche im Alu ist nicht weiter schlimm und die Schleif- bzw. Schlagspuren am Bremsbelag auch nicht..

Gebrochene Rückholfeder der BremsbelägeDie Reparatur war entsprechend einfach: Neue Feder rein, Problem gelöst.

Schleifspuren Was lernen wir daraus? Dass sich sowas kaum verhindern lässt? Der Verschleiß an der Feder ist nicht sichtbar und der Bruch kündigt sich nicht an. Vielleicht sollte man Federn einfach alle paar Jahre auf Verdacht wechseln? Aber wer macht das schon?

Neues aus der Werkstatt

Es gab übrigens ein paar Veränderungen in meiner Werkstatt:

Meine Hebebühne habe ich in gute Hände abgegeben. Wirklich gebraucht habe ich sie in den letzten Jahren nicht, dafür stand sie mir ständig im Weg rum und hat genervt. Und sollte ich mal wieder eine brauchen, kaufe ich mir eine neue. Vielleicht gleich eine Nummer größer.

Meine eine Billig-Flex hat den Geist aufgegeben. Bei härterer Arbeit wurde sie immer sehr heiß und hat auch öfter mal gestunken. Der letzte Einsatz war nun endgültig zu viel: Sie hat plötzlich stark gequalmt und lief danach nicht mehr vernünftig. Wenn man bedenkt, wie billig sie war und was ich damit schon alles gemacht habe, kann man ihr das nicht mal vorwerfen. Außerdem war das eine gute Gelegenheit, endlich mal was Vernünftiges zu kaufen, schließlich arbeite ich mittlerweile sehr viel mit der Flex. Ich habe mich für eine blaue Bosch GWS 7-125 entschieden. Und der Unterschied ist wirklich gewaltig. Sie hat viiiiiieeeeel mehr Power, ist trotzdem leichter, leiser und vibriert nicht so stark. Und dabei war sie mit knapp 60 Euro noch ziemlich günstig.

Und die wortwörtlich größte und schwerwiegenste Veränderung: Ich habe mir eine Säge gekauft. Eine Bügelsäge der Marke „Standard“, vermutlich über 60 Jahre alt, groß, unglaublich schwer und echt urig. 🙂

Antike Bügelsäge "Standard"Ich habe sie auf den Namen „Dolores“ getauft. Die Schmerzensreiche. 😉 Ich habe ihr ein neues Kabel spendiert und die Elektrik ein bisschen auf Vordermann gebracht. Neues Öl rundrum gab es natürlich auch. Leider habe ich mich zu Beginn ziemlich dumm angestellt und erstmal 2 Sägeblätter ruiniert. Mittlerweile bin ich schlauer und wir sind schon ein ganz gutes Team. Ich hoffe, dass sie bei mir einen schönen Ruhestand verlebt.

Mein Vorsatz für 2018: Bessere Fotos

Außerdem befasse ich mich wieder vermehrt mit dem Thema Fotografie. Ich habe mir ein paar TTL-Funkauslöser von Yongnuo und ein 50mm-Festbrennweiten-Objektiv geleistet. Außerdem einen Durchlichtschirm, Farbfolien für den Blitz und einen Fotorucksack, damit ich die ganze Ausrüstung auch auf dem Motorrad mitnehmen kann. Damit will ich dieses Jahr öfters auf Fotosafari gehen. Bislang hat es nur für ein ziemlich kaltes und unmotiviertes Shooting in der Garage gereicht:

MZ TS 250 Ratracer Café Racer CaferacerDer Fotoapparat stand auf dem Stativ und ich habe den Blitz aus verschiedenen Richtungen auf das Motorrad gerichtet und per Fernauslöser fotografiert. Am PC konnte ich dann die Bilder zusammenfügen und das Licht quasi beliebig anordnen. Das ist wirklich eine tolle Technik, um mit nur einem Blitz eine gute Ausleuchtung hinzubekommen.

MZ TS 250 Ratracer Café Racer CaferacerMal sehen, was sich damit noch so machen lässt.

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2 Gedanken zu „Fuhrparknotizen – Teil 15

  1. Sieht toll aus. Mit guten Ideen kann man halt doch induwidielle Bikes „schnitzen“. Aber sag mal, was ist das denn für.ein Tank. Würde mich über eine zeitnahe Antwort freuen.🐻

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