Fuhrparknotizen – Teil 21

Was hat sich nicht schon wieder alles getan in meinem Fuhrpark! Erfreuliches, Trauriges, Verrücktes und sehr Persönliches. Hier der aktuelle Stand.

Das MZ E(T)S-Gespann …

… ist fast fertig. Juhuuu! Fahrwerk und Elektrik waren beim letzten Mal schon fertig. Der Motor, der jahrelang als Ersatz im Regal gelegen hatte, bekam eine neue Lichtmaschine und Zündung von Vape, den Zylinder habe ich gehohnt und dem Klapperkolben neue Kolbenringe verpasst. Den Beiwagen anzubringen und einzustellen war erwartungsgemäß ein Geduldsspiel, hat letztlich aber geklappt.

MZ ES-ETS-Bastard

Hier noch mit altem Lack, dafür schon mit Beiwagenrahmen.

Die Verkleidungsteile wurden schwarz glänzend pulverbeschichtet, die Schriftzüge habe ich ausgeplottet und aufgeklebt. Den vorderen Kotflügel musste ich lackieren, da er aus GFK besteht. Dank 2K-Lack und einer improvisierten „Lackierkabine“ im Keller hat das ganz gut geklappt. Nochmals ein dickes „Sorry“ an meine Nachbarn für die wirklich üble Geruchsbelästigung!

"Lackierkabine" selber bauen

Hier sieht man meine hochprofessionelle „Lackierkabine“. Zwei Infrarotstrahler sorgen für ausreichende Temperaturen im winterkalten Keller und kurze Trocknungszeiten.

Der wunderbare Chromtank, den ich mittlerweile ergattern konnte, hat sich als harter Gegner erwiesen. Ich habe mehrere Stunden und mein ganzes Fluchvokabular gebraucht, bis ich die Klebereste vom Tankpad mit Schwamm und Benzin entfernt hatte. Die Entrostung mit Zitronensäure war im Gegensatz dazu sehr einfach. Leider stellte sich dann raus, dass der Benzinhahn vor Jahren versetzt wurde, um den ETS-Tank an einer TS fahren zu können. Dadurch stieß der Benzinhahn bei mir an den Zylinderdeckel. Ein kleinerer Hahn von einer KTM löste das Problem, hatte aber bedenklich wenig Durchfluss. Naja, versuchen kann man es ja mal.

Weiter ging es mit den Kniekissen, die ich erst mit Pattex, dann mit Spiegelband auf den Chrom geklebt habe, beides ohne Erfolg. Sie fielen einfach wieder ab. Als nächstes will ich es mit Sikaflex versuchen. Im Moment kann ich das aber nicht, denn der Tank ist zum Schweißen bei einem Fachbetrieb. Nach mehreren Wochen Standzeit war er plötzlich und ohne Vorwarnung undicht geworden. Eine Schweißnaht am versetzten Benzinhahn hatte offensichtlich die Entrostung nicht überlebt. Das Ergebnis war, dass sich über Nacht ca. 5 Liter Sprit über Motor und Scheunenboden ergossen haben. Was für eine Sauerei! Zum Glück ohne dramatische Folgen.

Jetzt wird der Tank neu abgedichtet und bei der Gelegenheit der Benzinhahn wieder an die originale Stelle versetzt. Ich hoffe, dass das in Kürze erledigt ist. Dann kommen der originale Benzinhahn und die Kniekissen ran, hoffentlich ohne neue Probleme.

So sieht der aktuelle Zustand aus:

MZ ES-ETS-Bastard

Der Chromtank fehlt noch, ansonsten ist sie quasi fertig.

MZ ES-ETS-Bastard

Der selbstgebaute Frontkotflügel aus GFK wirkt relativ klobig und plump, aber in schwarz sieht das wesentlich dezenter aus als in rot.

Ein paar kurze Testrunden durchs Dorf haben übrigens wunderbar geklappt. Für ausgiebigere Probefahrten brauche ich aber den Segen des TÜVs. Anfang März will ich das angehen. Und wenn alles läuft, will ich mir auch noch mal den Beiwagen vornehmen. Ich habe mittlerweile einen originalen Beiwagenkotflügel ohne den hässlichen Ausschnitt auf Lager. Wenn ich den anbaue, muss ich aber ihn und zwangsläufig auch den Rest des Beiwagens neu lackieren. Mal sehen, wann und ob ich das angehe.


Die BMW R75/6 …

… ist schon vor einigen Wochen mittels Spedition von Zingst nach Würzburg gereist. Ich habe sie nur kurz bewundert und eine Probefahrt von vielleicht 100 Metern gemacht. Seitdem steht sie in der Garage und wartet auf den Frühling, um endlich zugelassen zu werden.

BMW R75/6

Eigentlich sehr hübsch, aber ein paar winzige Änderungen stehen trotzdem an.

Die Maschine ist in einem tollen Zustand, deshalb will und muss ich nicht viel an ihr machen. Nur ein paar Kleinigkeiten: Die hässliche „Prallplatte“ am Lenker fliegt raus. Der nachgerüstete Piepser, der einen an den Blinker erinnert, ebenso. Der originale, sehr schmale Lenker wird durch einen breiteren Superbikelenker ersetzt, der das Handling deutlich verbessert. Und früher oder später werden die eckigen Ventildeckel durch die klassischen runden ersetzt. Vielleicht findet sich auch noch ein Ersatz für den nicht ganz so hübschen Tankdeckel. Aber das war’s dann, denn ich will mit der BMW vorrangig fahren, nicht schrauben.


Die Suzuki Bandit …

… ach ja, die Bandit. Ich will gar nicht daran denken. Die Bandit gibt es nicht mehr. 🙁

Da mein Fuhrpark letztes Jahr sehr überraschend durch die BMW und die E(T)S bereichert wurde, war einfach kein Platz mehr in der Garage. Mindestens ein Motorrad musste weg. Sehr schweren Herzens fiel die Wahl auf die beiden Suzukis. Entschieden hat am Ende der Markt: Die Katana wollte niemand haben, die Suzuki hingegen schon. Sie ist in gute Hände gekommen und darf ab sofort in der Fränkischen Schweiz leben. Das lindert meinen Trennungsschmerz immerhin ein bisschen. 😉

Suzuki Bandit im Transporter

Gute Reise, leb wohl!


Die Katana …

… wo ich schon dabei bin: Will jemand die Katana? Hier die Anzeige bei eBay-Kleinanzeigen: https://www.ebay-kleinanzeigen.de/s-anzeige/suzuki-gsx400f-katana-unfertiger-umbau/1292092594-305-7701


Das MZ ES-Gespann …

… ist immer noch mein treuer Alltags-Begleiter. Im Dezember habe ich ihr ein bisschen Ruhe gegönnt, weil die Straßen voller Salz waren. Momentan fahre ich sie wieder fast täglich, in ein paar Tagen auch wieder auf ein Wintertreffen.

Und ich habe noch größere Pläne mit ihr: Wenn es klappt, soll sie dieses Jahr eine Anhängerkupplung mitsamt Anhänger bekommen. Keinen popeligen Fahrradanhänger, sondern einen richtigen zum Transport mittelschwerer Lasten.

Ein Anhänger an einem 19-PS-Gespann?! Ja, das ist sowohl total dämlich als auch kaum durch den TÜV zu bringen. Beides reizt mich mehr als der tatsächliche Nutzwert. 😉

Ich habe mich schon schlau gemacht, wie man das konstruktiv und rechtlich lösen könnte und habe mit MZlern gesprochen, die das erfolgreich umgesetzt haben. Ich bin mit meinen Überlegungen aber noch nicht am Ende. Dazu wird es sicher irgendwann einen eigenen Blogbeitrag geben.


Außerdem wurmt mich momentan mein Winterhelm mit Heizvisier. Letztes Jahr habe ich ihn nur wenige Male genutzt und jedes Mal hat er mich im Stich gelassen. Ich hatte die Kabel im Verdacht, also habe ich neue besorgt. Ergebnis: Das Visier beschlägt immer noch und entwickelt gefühlt keinerlei Wärme.:(

Heizvisier HJC

Das HJC-Heizvisier von innen. Gut zu sehen sind die beiden Elektroden der Heizung.

Ich habe also alle Kabel und auch das Visier selbst durchgemessen. Ergebnis: An den beiden Elektroden im Visier liegen die korrekten 12V an, das Visier hat einen Widerstand von 10 Ohm und es fließen ca. 1,25 Ampere. Klingt völlig okay. Leider ist die Wärmeentwicklung trotzdem eher schwach und extrem ungleichmäßig. Direkt an den Elektroden habe ich bei 4°C Umgebungstemperatur bis zu 40°C gemessen. An anderen Stellen blieb es aber kalt. Obendrein ist mir dann noch mehrfach die Sicherung vom Visier durchgebrannt. Ich habe mir deshalb eine kleine Kontrollleuchte ans Visier gebaut, um immer im Blick zu haben, ob es angeschlossen ist.

Kontrollleuchte im Heizvisier

So einfach kann man eine Kontrollleuchte nachrüsten: Ich habe einfach zusätzlich eine 12V-LED in die Öffnungen am Steckkontakt gesteckt.

Aber auch wenn die LED und damit das Visier längere Zeit läuft, beschlägt es und wird nur direkt an den Elektroden spürbar warm. Hat jemand einen Tipp für mich?


Zum Schluss noch das ganz Persönliche: Nach 17 Jahren haben meine Frau und ich entschieden, in Zukunft weitestgehend getrennte Wege zu gehen. Eine Entscheidung, die wir uns wahrlich nicht leicht gemacht haben, die aber unzweifelhaft richtig ist und schon lange überfällig war. Warum schreibe ich das hier? Weil diese Entscheidung auch mein „Motorradleben“ beeinflussen wird. Mehr Zeit, mehr Freiheit, mehr Spontaneität. Und damit hoffentlich auch endlich wieder mehr Motorradfahren und mehr Bloggerei. Man darf gespannt sein. Ich bin es auf jeden Fall. 🙂

 

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