Schneller (kaputt) als gedacht

Meine letzte Tour mit dem Racer war mal wieder herrlich. Und so schnell! Selbst auf kurvigen Berg- und Talstrecken stand immer über 100 km/h auf dem Tacho. Als dann kurz vor einer Haarnadelkurve plötzlich 160 km/h anlagen und beim Rausbeschleunigen aus der Kurve knapp über 200 km/h, hab ich mich doch etwas gewundert.

Spätestens als im Stand und bei ausgeschaltetem Motor 110 km/h auf dem Tachometer standen, war klar, dass hier was nicht stimmen kann.

Tachometer defekt Vibrationen kaputt AufhängungMeine erste Diagnose „Mal wieder die Tachowelle gebrochen“ habe ich schnell verworfen, denn dann hätte er die ganze Zeit Null angezeigt.

Bei der weiteren Fahrt habe ich den Tacho im Auge behalten: Die Nadel ist immer ganz langsam im Uhrzeigersinn von 0 auf ca. 110 km/h gestiegen, quasi „den Berg hoch“, dort hat sie eine Weile verharrt und ist dann relativ zügig im Uhrzeigersinn weiter „den Berg runter“ bis kurz vor Null. Dort begann das Spiel von vorne.

Auch wenn ich wusste, dass der Tacho kaputt ist, habe ich mich trotzdem bei jedem unbewussten Blick auf den Tacho mächtig erschreckt: Ortseinfahrt, kurzer Tachoblick, 170 km/h!!! Ach neee, ist ja kaputt. Das hat sich ungefähr 20 Mal wiederholt. 😉

Bizarr wurde es, als ich wieder in Würzburg war. Fast exakt am Ortsschild lief die Tachonadel erstmals wieder gegen den Uhrzeigersinn. Plötzlich ging der Tacho wieder! Allerdings zeigt er gefühlt 10 – 20 km/h zu viel an.

Tachometer defekt Vibrationen kaputt AufhängungDa der Tacho ein ganz billiges Zubehörteil ist, habe ich mich gegen Reparaturversuche entschieden und einfach für knapp 40 Euro inkl. Versand einen neuen bei eBay geordert. 60 mm Durchmesser, K=1,4, mechanischer Antrieb.

Einen schwarzen mit weißem Ziffernblatt wie bisher habe ich leider nicht finden können. Außerdem hat mich die schwarze Lackierung schon eine Weile genervt, weil sie direkt auf den polierten Edelstahl aufgetragen ist und deshalb sehr schnell abplatzt. Mein neuer Tacho ist deshwegen genau andersherum: Edelstahlhülle und schwarzes Ziffernblatt.

Um den neuen nicht wieder innerhalb von 5.500 km durch Vibrationen zu töten, habe ich mir überlegt, ihn elastisch zu befestigen. Bislang war er einfach fest an der Gabel verschraubt. Eine wirklich schwingungsfreie Aufhängung bekomme ich an dem Motorrad nicht hin. Bzw. es würde unmöglich aussehen, wenn ich riesige Hülsen, Schaumstoff oder fette Gummiblöcke an den Racer schrauben würde.

Stattdessen habe ich die Löcher am Tachohalter aufgebohrt,  Kabeldurchführungsgummis als Entkoppelung eingesetzt und das Ganze mit je zwei Scheiben verschraubt.

Tacho entkoppelt schwingend gelagert Caferacer Café RacerOb das einen nennenswerten Entkoppelungseffekt bewirkt, weiß ich nicht. Immerhin liegt nirgends Metall auf Metall und es gibt leicht nach, wenn man dagegen drückt. Hoffentlich werden dadurch die gröbsten Schläge und Vibrationsspitzen gedämpft.

Tacho entkoppelt schwingend gelagert Caferacer Café Racer

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