Räumschild und Anhänger für den EMW-Traktor

Nachdem der Traktor restauriert und erprobt ist, habe ich mich seinem Zubehör gewidmet. Außerdem versuche ich, ihn auch im Alltag immer mal wieder zu nutzen, was erstaunlich gut klappt und verdammt viel Spaß macht.

1. Der Schiebeschild

Für den Traktor gibt es einen Schiebeschild bzw. Räumschild. Gedacht ist der zum Schneeschieben. Für Erdarbeiten fehlt es dem Traktor an Masse und Leistung.

Der Schild ist ein irre schweres Trumm, das obendrein ziemlich improvisiert wirkt (die beiden Ausleger sind komplett unterschiedlich aufgebaut). Aber er sah okay aus und hatte keine Beschädigungen. Bei der Restaurierung habe ich mich deshalb darauf beschränkt, den Rost abzubürsten und alles mit mattschwarzer Rostschutzfarbe anzupinseln. Nur die Kette und ein paar Schrauben habe ich erneuert. Die Gummimatte (vermutlich ein Stück von einem Fließband) hat zwar ein paar Risse, ist aber noch relativ flexibel und in brauchbarem Zustand. Etwas Besseres aufzutreiben wäre nicht so einfach, deshalb habe ich sie einfach drangelassen.

EMW-Eigenbau-Traktor mit Räumschild

Der Traktor mit angehobenem Räumschild.

Der Schild hat zwei Ausleger, die drehbar am Rahmen befestigt werden. Angehoben wird er vom Fahrersitz aus mit einem irre langen Hebel, dessen Halter vorne in den Ballast gesteckt wird. Schild und Hebel werden nur mit zwei Splinten am Traktor befestigt und lassen sich in wenigen Minuten (de)montieren.

Das ganze Konstrukt sieht auf den ersten Blick eher witzig aus, macht aber einen ziemlich soliden Eindruck. In Kombination mit Schneeketten sollte sich damit gut arbeiten lassen. Ob ich damit wirklich oft in Schnee und Eis und Streusalz unterwegs sein werde, bezweifele ich. Aber ausprobieren möchte ich es auf jeden Fall mal. 😉

Will man mit angehobenem Schild fahren, muss man den Hebel von Hand runterdrücken. Man kann ihn aber auch unter einem rundgebogenen Flachstahl einhängen, der sich neben der Gangschaltung befindet. Das ist aber nicht wirklich sicher. Fährt man durch ein Schlagloch, kann es passieren, dass der Hebel rausspringt und der Schiebeschild runterknallt. Wenn es dumm läuft, knallt einem dabei der Hebel an den Kopf. Keine schöne Vorstellung.

Ich habe deshalb einen drehbaren Sicherungshebel an dem Flachstahl angebracht, der dafür sorgt, dass der eingehängte Hebel nicht von alleine nach unten rausspringen kann. Der Sicherungshebel hat unten eine Stahlkugel als Gewicht. So bleibt er auch bei Vibrationen oder Erschütterungen immer geschlossen, kann aber von Hand ganz leicht geöffnet werden.

Die Sicherung für den Betätigungshebel des Räumschildes.

2. Der Anhänger

Im Gegensatz zum Schiebeschild, der für mich eher eine Spielerei ist, will ich den Anhänger tatsächlich nutzen. Er ist in die Papiere mit 1 Tonne Zuladung eingetragen, schafft bei Bedarf aber auch mehr. Damit kann man also wirklich was anfangen.

Auch bei ihm kann man kaum von einer “Restaurierung” reden: Das Holz war rundrum tadellos, wenig bis gar kein Rost vorhanden und auch die Reifen waren noch “in Ordnung”. Sie haben zwar heftige Risse und nicht mehr viel Profil, halten aber immerhin die Luft.

Der unrestaurierte Anhänger. Die neue Plane lag nur zur Anprobe drauf.

Da die alten Pneumant-Pellen keine Kräfte übertragen müssen (der Hänger ist ungebremst) und ich nur mit Schritttempo fahre, habe ich vorerst auf neue Reifen verzichtet.

Ich habe den Hänger eigentlich nur gründlich geputzt und bin dann mit Farbe und Pinsel über ihn hergefallen. Nur die Felgen brauchten etwas mehr Liebe: Hier musste ich erst mit Flex und Drahtbürste einigen Rost entfernen. Die Radlager habe ich neu abgeschmiert, danach wurde auch die Achse schwarz gestrichen.

Work in Progress: Rahmen und Holz bekommen frische Farbe.

Ganz neu gemacht habe ich hingegen die Elektrik: Neues Kabel, neuer Stecker, neue Rückleuchten. (Die alten gingen noch, enthielten aber keine Blinker.) Zum Schluss noch Kantenschutzband rund um die Haltebleche und das 6 km/h-Schild ran. fertig.

Der Hänger erstrahlt in neuem Glanz.

Da ich in meiner Scheune keinen Platz für den Hänger habe, muss er “draußen schlafen”. Es war mir deshalb wichtig, dass er als Wetterschutz eine vernünftige Plane bekommt. Diese habe ich nach Maß fertigen lassen und an historisch anmutenden Zurrösen festgespannt.

Man beachte die zwei unterschiedlichen Felgen. 😉

Da der Hänger leicht gekippt steht, kann Regen- und Kondenswasser unter der Plane ablaufen und auf der Plane bleibt auch kein Wasser stehen.

Auf zur Probefahrt!

Sieht gut aus und fährt sich wunderbar!

Aber wie schon im letzten Beitrag geschrieben: Mit beladenen Hänger und bergab spürt man, dass die Bremse an ihre Grenzen kommt. Zur Erinnerung: Es ist nur die Hinterachse des Traktors gebremst, und die auch nur mechanisch per Gestänge und Handhebel. Für das Nachrüsten einer Bremse am Hänger habe ich ein paar ganz gute Ideen gesammelt. Aber der Aufwand steht in keinem Verhältnis zum praktischen Nutzen. Ich werde stattdessen starke Gefälle vermeiden und die (recht schwache) Bremswirkung des Motors nach Kräften ausnutzen. 😉

Der Traktor darf nicht nur schön aussehen und gut klingen, er darf auch arbeiten!

Ich habe ihn schon mehrfach für den Transport alter Balken genutzt. Die Nachbarn waren trotz des Lärms begeistert und haben mir gleich Fotos geschickt. 😉

Mit mir drauf sieht man erst, wie klein der Traktor ist.

Und auch Feuerholz lässt sich damit toll transportieren:

In Kürze steht eine ganz besondere Ausfahrt an: Auf einem Feuerwehrfest darf der Traktor die historische Wasserpumpe von 1865 durch die Parade ziehen. Er ist zwar fast 100 Jahre jünger, passt aber optisch deutlich besser als alles anderen Fahrzeuge, die zur Auswahl standen. Hier die erste Anprobe:

EMW-Traktor mit historischem Spritzenanhänger – sieht man auch nicht alle Tage

Das war’s jetzt erstmal mit dem Traktor hier im Blog. Weitere Umbauten, Reparaturen oder Zubehörteile sind nicht geplant, nur die mehr oder weniger regelmäßige Nutzung. 😉

 

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