Racerfahren hält jung

… oder verführt zu pubertärem Verhalten, je nach Sichtweise.

Ich habe gerade mal wieder an meinem Kaltstartproblem gebastelt und dabei auch eine kleine Proberunde gedreht. Ich stand schon auf der Abbiegerspur, um zurück zur Garage zu fahren, als plötzlich ein mattschwarzer R1-Pilot mit Drehzahl im Begrenzer an mir vorbeiflog, um an der nächsten roten Ampel unter lautem Getöse zum Stehen zu kommen.

Nicht in meinem Revier!

Also hinterher! Die Ampel immer noch rot, die Straße zweispurig und der Autofahrer auf der Nebenspur hatte in weiser Voraussicht etwas Abstand zur Haltelinie gelassen, so dass ich mich und neben der Yamaha in Startposition bringen konnte. Ein kurzer Seitenblick, und jedem von uns war klar, was kommen würde. Was kommen musste! Und damit das auch sonst niemandem im Umkreis von drei Blocks entging, wurde sowohl von ihm wie von mir mit kurzen aber deutlichen Gasstößen Standpunkt bezogen.

Die Sekunden zogen sich in die Länge, verängstigte Passanten versteckten sich in Hauseingängen und Mütter riefen ihre Kinder zu sich. In der Luft lag eine Mischung von Benzin und Adrenalin und die Auspuffs knisterten vor Spannung, als die Ampel auf Grün schaltete.

Ob es das gute Leistungsgewicht meinerseits oder ein verpatzter Start seinerseits war, weiß ich nicht. Aber als ich irgendwo zwischen Tempo 60 oder 70 angekommen war und nahezu gesetzeskonform vom Gas ging, war von meinem Gegner weit und breit nichts zu sehen.

Einen Sekundenbruchteil später donnerte eine mattschwarze Rakete mit geschätzen 120 Sachen an mir vorbei, ging voll in die Eisen und kam gerade noch rechtzeitig vor der nächsten roten Ampel zum Stehen.

Ein schönes Finale!

Gerade deshalb, weil es beide Beteiligten als Sieg für sich deklarieren können. (Auch wenn natürlichen Allen klar ist, dass eigentlich ich der Sieger war.)

Good game, schwarzer Ritter! Wer ist der Nächste? 😉

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