Hätte, hätte, Fahrradkette

Ich habe mir in den letzten Tagen viele Gedanken zum meinem Fahrradprojekt gemacht. Hauptsächlich ging es um die Frage, ob ich das hübsche Fahrrad wirklich „opfern“ will. Ich habe deshalb ausgiebig nach Alternativen gesucht. Ich hatte sogar schon jemanden gefunden, der mir das Fahrrad abgenommen und es hergerichtet hätte und mir im Gegenzug andere Fahrradteile dafür gegeben hätte. Das wäre für mich aber ein deutliches Minusgeschäft geworden, weshalb ich es abgelehnt habe.

Zwischenzeitlich habe ich mir noch ein „Gutachten“ geholt. Fazit: Auch wenn das Rad schön ist, ist es doch nichts wert. Vielleicht so um die 30 Euro. Falls man einen echten Sammler findet, vielleicht auch 100. Aber den muss man erstmal finden. Also falls sich in den nächsten Tagen nichts ergibt, wird das Fahrrad zersägt, um danach ein neues Leben als Custombike zu beginnen. Ich finde, es gibt Schlimmeres.

Ein kleines Ratebild: Was hat es mit diesem Bild auf sich?

Rekurd Superlux KetteDas ist (hoffentlich) die Lösung für mein Rahmenbau-Problem. Ich möchte mir ja einen eigenen Rahmen bauen. Sehr langgestreckt und niedrig, geschwungen, choppermäßig. Aber wie soll ich das machen? Ich kann keine Rohre biegen. Dafür fehlt mir einfach die Ausrüstung. Klar könnte ich das bei einem Schmied machen lassen, aber erstens will ich das Fahrrad selbst bauen, und zweitens würde das nicht billig werden. Die Alternative wäre, Rohre in Stücke sägen und den Rahmen aus Segmenten zusammenzubraten. Aber das würde nicht gut aussehen.

Deshalb hatte ich die geniale (?) Idee, zumindest Teile des Rahmens aus einer Kette zusammenzuschweißen. Wahrscheinlich den Oberzug und die beiden oberen Streben zum Hinterrad.

Vorteil: Ich kann mir die Kette so hinlegen, wie ich es will. Da muss nichts gebogen werden. Und noch dazu sieht es echt geil aus.

Nachteil: Ich bin nicht gerade ein Schweißkünstler. Insofern fürchte ich, dass das eine Aneinanderreihung von Sollbruchstellen wird. Aber das muss man mal abwarten. Vielleicht kann ich hier die Erfahrung sammeln, die mir bisher fehlt.

2014-09-30 17.11.25An der Kette soll es jedenfalls nicht scheitern, die hat eine Materialstärke von 13mm und eine Zugkraft von über 5 Tonnen! Entsprechend schwer ist sie: ca. 6kg pro Meter. Wenn ich dann noch ordentlich Schweißnähte dazufüge, wird das wahrscheinlich der schwerste Rahmen der Welt. 😉

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5 Gedanken zu „Hätte, hätte, Fahrradkette

  1. Hi,
    ich bin ein Freund von DAN und verfolge Deinen Blog seit längerem mit viel Interesse.
    Einen kleinen Tipp zur Kette und Deinen Schweißkünsten hätte ich für Dich.
    Tut Dir selbst einen Gefallen und nimm eine blanke (nicht verzinkt, verchromt oder sonst was) Kette.
    Das wird beim Schweißen einfacher und das Ergebnis sieht besser aus (und hält auch besser)
    Gruß aus Nord-West-Mittelfranken
    Heiner

    • Hi!
      Danke für den Hinweis! Da rennst Du bei mir offene Türen ein, denn die verzinkte Kette bereitet mir einiges Kopfzerbrechen. Das Problem ist nur, dass ich so stabile Ankerketten bislang nur verzinkt oder aus Edelstahl gefunden habe. Da Letzteres für mich ganz ausscheidet, habe ich mich für die verzinkte entschieden. Ich werde mal probieren, ob ich das evtl. etwas abschleifen kann. Aber das ist bei einer Kette natürlich schwieriger als bei glatten Rohren oder Blechen. Vielleicht verzichte ich auch ganz auf die Kette und nehme doch ein normales Rohr. Mal sehen.

  2. Mit Salzsäure (gibt es bei Hornbach) ist der Zink ruck-zuck aus blanke Material runtergeätzt. Danach gut abspülen und sofort einölen.

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