Fuhrparknotizen – Teil 6

Aus Zeitmangel bin ich in letzter Zeit nur zu ein paar Kleinigkeiten gekommen. Lenker, Tank und Vergaser – mehr war nicht drin.

Tempomat und überlaufender Vergaser

Mein Gespann bewährt sich auch dieses Jahr wieder als anspruchsloser Begleiter im Alltag. Fünfmal die Woche fahren mein Sohn und ich damit zum Kindergarten und zur Arbeit. Und alles, was sonst so im Alltag ansteht: Baumarkt, Eisdiele…

Von „durchbrennenden“ LEDs mal abgesehen (jetzt ist wieder eine Birne drin) gab es nur zwei Ärgernisse: Der Gasgriff neigt zum „Festgehen“ und eignet sich in diesem Zustand hervorragend als Tempomat. Er benötigt dann ein paar Tropfen Öl zwischen Griffgummi und Handbremsarmatur, wo die Gasgrillhülse „gelagert“ ist. Dann flutscht es wieder 1-2 Wochen, bevor die nächste Ölung ansteht. Ich hab schon mehrfach alles zerlegt, gereinigt und mit reichlich Fett geschmiert. Ich habe auch das Spiel zwischen Gasgriff und Armatur erhöht. Aber das Problem bleibt. Ich denke, es ist einerseits konstruktionsbedingt durch den Gasschieber und zweitens eine Folge des allgemeinen Verschleißes. Ein Umbau auf den Reißgasgriff der späteren MZ-Modelle würde sicher Abhilfe schaffen, finde ich aber nicht schön. Ich werde mir deshalb demnächst ein paar Distanzsscheiben besorgen, die ich zwischen Griffgummi und die Führung legen kann. Das sollte die Reibung deutlich reduzieren und zumindest die „Abschmier“-Intervalle auf ein erträgliches Maß verlängern.

Das andere Problem ist das ständige Ölgetropfe unter dem Motor. Alte MZetten neigen generell dazu, ihr Revier mittels Verlustschmierung zu markieren. Meist ist die Ursache ein nicht ganz dichter Blindstopfen neben dem Ritzel. Die Stopfen wurden bei mir aber sehr gründlich abgedichtet. Was nichts heißen muss. Jedenfalls habe ich morgens immer 2-3 Ölfecken unter dem Gespann. Irgendwie eigenartige Flecken. Nicht sauber abgegrenzt, dunkel und dickflüssig, wie man es sonst kennt. Eher großflächig und relativ klar. Durch Zufall bzw. Nachlässigkeit habe ich jetzt eine mögliche Erklärung, die nichts mit Leckagen direkt am Motor zu tun hat.

Ich habe nämlich mehrfach vergessen, den Benzinhahn zu schließen. Und jedes Mal war die Folge ein sehr großer Fleck Sprit unter dem Motor. Alles patschnass. Und eine gewisse Ähnlichkeit zu den üblichen Flecken war da, nur eben größer. Meine Schlussfolgerung: Das Schwimmernadelventil im Vergaser schließt nicht richtig. Dadurch ist mir der Vergaser durch den offenen Benzinhahn übergelaufen. Aber auch bei geschlossenem Benzinhahn läuft der verbliebene Sprit im Schlauch langsam in die Schwimmerkammer und von dort den Motor bzw. Haupständer runter und hinterlässt aufgrund des verdunstenden Benzins die genannten, etwas diffusen und dünnflüssigen Tropfen.

Ich habe also den BING-Vergaser zerlegt und gereinigt. (Zwei Mal. Beim zweiten Mal dann auch richtig.) Das war gestern. Bis jetzt hält er dicht, auch bei offenem Benzinhahn. Jetzt bin ich mal gespannt, ob die Öltropfen damit der Vergangenheit angehören.

Tank Nummer 3 für den Racer (?)

Für meinen Racer hatte ich mir seinerzeit einen Honda Bol D’Or-Tank umbauen und versiegeln lassen. Beides hat für reichlich Ärger gesorgt, weshalb der Tank jetzt gut eingepackt im Regal liegt und darauf wartet, mit viel Geld hergerichtet zu werden. Oder im Schrott zu landen. Man wird sehen. Als Ersatz kam ein verbeulter Bol D’Or-Tank drauf, den ich testweise blankgeschliffen und mit Klarlack versiegelt habe. Das hat sich als erstaunlich schön und widerstandsfähig erwiesen. Vor ein paar Tagen ist mir nun noch so ein Tank zugelaufen. Gefunden habe ich ihn bei eBay für relativ schmales Geld. Der schwarze Lack ist miserabel und teilweise abgesplittert. Aber innen findet sich nur ein bisschen Flugrost und außen scheint das Blech unversehrt zu sein. Was mache ich jetzt damit? Erstmal anprobieren:

Tank Honda Bol D'Or MZ TS 250 Café Racer Auch wenn ich sonst ein großer Fan von Schwarz bin, muss ich sagen, dass der Racer damit verdammt langweilig aussieht. Wenn ich den Tank nutzen will, muss also mindestens ein bisschen andere Farbe drauf. Aber welche? Das schon lange angedachte Hellelfenbein/Creme? Oder sogar ein mehrfarbiges Muster? Knalliges Rot oder Orange mit weiß?

Neues vom Ratracer 2

Oder nehme ich den Tank doch lieber für die kleine Katana? So ganz schlecht sieht das hier nicht aus:

Suzuki GSX400F Tank Honda Bol D'OrNaja, eigentlich schon. Aber wenn man sich das Lampen-/Instrumenten-Geschwür und das pummelige Heck wegdenkt, den Tank gedanklich 5 cm weiter nach vorne schiebt (momentan sind die Aufnahmen im Weg) und hinten ein kurzes und knackiges Heck ranphantasiert, dann geht das in eine gute Richtung. Dann noch das Geraffel im Rahmendreieck, die Kotflügel und den fetten Kettenschutz wegdenken, schon ist das ein kleiner und langestreckter Café Racer. Warum also nicht?

Einen Schritt in die Racer-Richtung habe ich schon an anderer Stelle gemacht. Und zwar habe ich testweise einen M-Lenker von Fehling an die GSX geschraubt.

Fehling M-Lenker an Suzuki GSX400FRein optisch auf jeden Fall ein Gewinn. Auch wenn das noch nicht wirklich mit der originalen Lampe und den Instrumenten harmoniert. Von vorne und hinten geht es ja noch, aber von der Seite ist das alles viel zu klobig und zu weit oben. Das müsste deutlich filigraner und niedriger geduckt werden.

Fehling M-Lenker an Suzuki GSX400FVom Fahrgefühl bin ich noch nicht zu 100% überzeugt. Man sitzt zwar gut drauf, etwas straffer und sportlicher als mit dem originalen Lenker. Vor allem in der Stadt fühlt sich das sehr gelungen an. Flink und wendig. Durch die eng anliegenden Ellenbogen meint man, selbst zwischen geparkten Autos hindurchwieseln zu können.

Aber sobald es etwas schneller wird, z.B. auf der Landstraße, habe ich das Gefühl, das Motorrad nicht richtig unter Kontrolle zu haben. Der Winkel ist irgendwie ungünstig. Vielleicht ist das auch nur eine Frage der Gewöhnung. Ich werde es weiter testen. Ansonsten kommt wieder ein normaler Lenker drauf – oder richtige Lenkerstummel.

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