Duplex-Bremse – fertig!

Die Duplexbremse hatte ich schon restauriert und der Handbremshebel funktioniert dank originalem MZ-Gasgriff auch wieder. Bleibt also nur noch die Bremsmomentabstützung, die an die MZ-Gabel angepasst werden musste. Bei Honda wird sie mit einer langen, gelochten Strebe nach oben abgestützt. Das hätte ich im Grunde auch machen können, allerdings hätte ich dann eine der Kotflügel-Bohrungen zweckentfremden müssen. Das hätte evtl. Probleme mit der Befestigung des Schutzblechs gegeben. Außerdem wäre das dann eine wirklich lange Strebe geworden.

Bremsmomentabstützung selber bauen

Deshalb wollte ich stattdessen die Bohrung der Scheibenbremse verwenden. Da sich diese normalerweise in Fahrtrichtung rechts befindet, musste ich die Holme austauschen. Leider liegt das Gewinde der Scheibenbremse nicht exakt über dem Gegenstück auf der Bremsankerplatte – es ist ca. 1mm versetzt.

Heute habe ich mir aus einem Flacheisen eine passende Strebe hergestellt: Auf die entsprechende Länge zugesägt, im Schraubstock mit einem Stück Holz und einem Fäustling gewinkelt, passende Löcher reingebohrt und mit der Flex die Ecken abgeschliffen. Sieht aus, als wäre es schon immer so gewesen, oder? 🙂

Ich werde die Strebe dieses Wochenende noch mit Zinkspray ansprühen, damit es nicht rostet. Und dann ist das Thema Vorderradbremse abgeschlossen. 🙂

Naja, irgendwann in ferner Zukunft könnte man sie vielleicht noch glasperlstrahlen und/oder polieren. Aber bevor ich mich der Optik widme, muss erstmal die Technik laufen.

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5 Gedanken zu „Duplex-Bremse – fertig!

  1. Hallo!
    Ich verfolge deinen Umbau mit großem Interesse, habe etwas ähnliches vor, möchte mich aber näher am TS250-Original halten… mal sehen.

    Der Grund meines Kommentars: Die Bremsabstützung würde ich nicht biegen! Ich kann dir keine Zahlen liefern, aber vom Gefühl her denke ich, dass das vorgebogene Blech sich unter Last eben an den Biegestellen weiter verformen wird. Dann stützt sie nicht ab oder die Abstützung wird zu weich… Vielleicht einfach stärkeres Material nehmen?

    MfG
    icke

    • Hallo!

      Du bist jetzt schon der Zweite, der das sagt. Aber ich denke immernoch, dass das eigentlich kein Problem sein sollte. Es handelt sich um 3mm Stahl, der mit einer M8- und einer M10-Schraube befestigt ist. Ich bezweifle, dass sich das verbiegt. Bei stärkerem Material (das müssten min. 10mm sein, um die Distanz zu überbrücken!) hätte ich die Sorge, dass mir die Schrauben aufgrund des langen Hebels abreißen.

      Ich werde das aber auf jeden Fall im Auge behalten. Wenn es das Teil langzieht, gibt das ja Risse im Lack, die man leicht erkennen kann. Dann kann ich mir immernoch was anderes überlegen. 🙂

      • Hallöchen nochmal!

        Hm… jemand anderes denkt also auch so… Ich sags mal so: Bremse, vorne, Motorrad. Vielleicht holst du dir noch ein paar Meinungen ein und vermeidest damit trial-and-error an gerade dieser Stelle?

        Ich sehe das so:
        Du hast dir eine Lösung überlegt und du hast sie umgesetzt, außerdem gefällt sie dir. Das macht es immer schwieriger, im Nachhinein Änderungen vorzuschlagen, als wenn man erst verschiedene Lösungsvarianten diskutiert und dann baut. Schöpfer betrachten ihre Schöpfung meist anders, als Entwickler eine Entwicklung… 😉

        Außerdem hast du momentan keine andere Lösung parat und damit ist deine Lösung natürlich besser, als gar keine. Nichts für ungut, mir gefällt sie auch – allerdings nur auf ästhetischer Ebene.

        Als Gegenvorschlag: Kennst du den Bremsgegenhalter der Hinterradbremse der Simson-Mopeds? Ich kenne ihn nur von der Schwalbe, aber anscheinend wurde der auch bei S50, SR50 & Co. verbaut. Die originale Ersatzteilnummer könnte 345441 sein, ist aber unsicher. Mit der Nummer findest du das Teil beim Güsi jedenfalls. Wäre das vielleicht verwertbar?

        Alternativ könnte man ein Stück Flachstahl auf gegenüberliegenden Seiten für die Schraubenköpfe ausfräsen… dann sähe ein Schnitt durch beide Schraubenlöcher fast so aus wie dein Blech – nur dass man am Rand eben noch beidseitig einen Steg in der Breite des Ausgangsmaterials über die ganze Länge stehen lässt. Schwierig zu beschreiben… stell dir vor, du schweißt oben und unten auf dein Blech jeweils noch einen Blechstreifen drauf. Wie ein Doppel-T-Träger, nur dass der senkrechte Steg bei dir eben einen Knick hat und in Folge dessen eben nicht mittig über den Enden des Blechs sitzt…

        Sind nur ein paar Gedanken, da kann man sicher nochmal drüber nachdenken. Biegen würde ICH es jedenfalls nicht.

        Mit freundlichen Grüßen
        icke nochema

  2. Ach und nochwas!

    Schrauben abreißen und so… Nehmen wir mal an, du nimmst dicken Flachstahl und schraubst da durch. Nehmen wir weiterhin an, die Gewinde, in die du schraubst, sind hinreichend stabil, dass du deine Schrauben auch ordentlich anziehen kannst (und das sollte unbedingt der Fall sein!). Außerdem seien die beiden Flächen des Flachstahls, durch die die Bohrungen gehen hinreichend eben und parallel.

    Dann wird die Verbindung kraftschlüssig hergestellt, indem der Flachstahl an die Verschraubungsstellen (auch hier: die sollten plan und parallel sein) herangezogen wird… Reibung! Die Schrauben selbst sind dabei ausschließlich auf Zug belastet und sollten NIEMALS auf Scherung oder Biegung beansprucht werden.

    Um das Beispiel Simson-Mopeds weiter zu bemühen: dort sind für die Abstützung Bolzen vorgesehen… keine Schrauben.

    Schönen Feierabend
    icke schonwieder

    • Hmmm, also erstmal danke für die umfangreichen Kommentare!

      Aber ich bleibe erstmal(!) dabei. Ich habe die Strebe hier, die original an der Duplexbremse verbaut war. Das ist ein Lochblech mit 2mm Stärke. Und das war an einer 500er verbaut. Dagegen wirkt meine Lösung wie für die Ewigkeit gemacht. Außerdem wird die Strebe auf Zug belastet. Also wenn, dann würde sie sich langziehen. Sie kann sich aber nicht langziehen, weil beide Enden absolut fest verschraubt sind und zwischen Holm und Bremsankerplatte kein Spiel ist.

      Aber ich werde ohnehin einige vorsichtige Probefahrten machen müssen, um den Vergaser einzustellen, bevor ich damit richtig am Straßenverkehr teilnehmen kann. Wenn sich dabei Risse im Lack der Abstützung zeigen, werde ich natürlich sofort eine andere Lösung suchen. Entweder die von Dir vorgeschlagene Lösung (“Doppel-T-Träger”) oder einfach eine lange Strebe ohne Biegungen hoch zum Schutzblechhalter.

      Aber ich glaube immernoch, dass das geht! 🙂

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