Das hat mich heute die Angestellte in der Postfiliale gefragt, als ich einen ganzen Einkaufswagen voller Pakete abgegeben habe. Der Grund fĂŒr die Frage und die Pakete: Ja, ich war wirklich im Fernsehen. đ
Vor ein paar Wochen rief mich nĂ€mlich ziemlich ĂŒberraschend eine sehr nette Frau vom Bayerischen Rundfunk an. Sie wollte wissen, ob ich Lust hĂ€tte, Thema eines Fernsehbeitrags in der Reihe “Zwischen Spessart und Karwendel” zu sein. Meine erste Reaktion war: “Um Himmels Willen, bloĂ das nicht!”, schlieĂlich bin ich eher öffentlichkeitsscheu und stehe lieber hinter als vor Kameras. Zu meinem eigenen Erstaunen hab ich das aber nicht laut ausgesprochen, sondern “Na klar, gerne!” gesagt.
Tja, und so saĂ die Redakteurin kurze Zeit spĂ€ter bei mir in der KĂŒche und wir haben uns ganz toll unterhalten. Ăber mich, mein Leben, mein Haus, meine “Stahlkunst”, meine Fahrzeuge und Hobbys.
Dabei wurden verschiedene Ideen entwickelt: Ich könnte fĂŒr einen Kunden ein ganz besonderes “Stahlkunstwerk” erschaffen und die Kamera begleitet mich dabei. Oder ich besuche zusammen mit dem Kamerateam einen Schrottplatz und fertige aus dem Schrott dann irgendwas an. Ersteres scheiterte an einem interessanten Kundenauftrag, letzteres an kooperativen SchrottplĂ€tzen.
Am Ende sah der Plan dann so aus: Ich fahre (wie so oft) nach WĂŒrzburg zum MotorradhĂ€ndler meines Vertrauens und plĂŒndere da die Schrotttonne. Dann baue ich daraus einen Tisch, erzĂ€hle ein bisschen was ĂŒber mich, mein Haus, meine Fahrzeuge. Und das war es dann. Sollte passen.
Schon kurze Zeit spĂ€ter gab es kein ZurĂŒck mehr: Redakteurin, Kameramann und Tonmann standen vor mir und ich habe mir vor Aufregung fast in die Hose gemacht. Zwei volle Tage haben wir gefilmt: Ich, wie ich Motorrad fahre. Ich, wie ich vom Motorrad steige. Ich, wie ich in den Motorradladen gehe. Ich, wie ich Schrotttonnen durchwĂŒhle. Ich, wie ich Kaffee koche. Ich, wie ich einen Tisch baue. Und so weiter. Manches haben wir viele, viele Male gefilmt. Aus zig verschiedenen Perspektiven.
Am Ende waren es mehrere Stunden Filmmaterial, die auf 10 Minuten zusammengeschnitten werden mussten. Dabei sind zum GlĂŒck einige peinliche Stottereien und hölzerne “Auftritte” rausgeflogen. Und meine Kaffee-Kocherei. Aber leider auch ein paar schöne Aufnahmen von meinem Traktor oder meinen Aquarellen.
Ein paar Tage spĂ€ter kam dann nochmal ein 5-köpfiges Kamerateam zu mir nach Hause. Allerdings wollten die nicht mich filmen, nur bei mir vor Ort die “Anmoderation” fĂŒr die Sendung aufnehmen. Na klar, kein Problem.
Es wird spannend â Martin “on air”
Am 28. MĂ€rz 2026 um 17:45 war es dann so weit: Zur besten Vorabend-Sendezeit lief die Sendung im BR. Einen Tag spĂ€ter dann nochmal auf ARD alpha. Und in der ARD Mediathek natĂŒrlich auch. Hier kann man sie sich anschauen:
Zwischen Spessart und Karwendel â SchrottkĂŒnstler Martin Purrer
Mit dem Ergebnis bin ich mehr als zufrieden! Es ist ein schöner, kleiner Film, der eine richtig “runde” Geschichte ĂŒber mich und meine “Stahlkunst” erzĂ€hlt. Mein Sohn hat auch einen kleinen Auftritt, meine MZ ebenso. Echt super! Ganz vielen Dank an den BR und alle Beteiligten! Ihr habt richtig tolle Arbeit gemacht. đ
Und was war nun mit den Paketen? Ganz einfach: Kurz nach der Sendung ist meine Mailbox fast ĂŒbergelaufen: Eine Bestellung nach der anderen kam rein, fast ausschlieĂlich fĂŒr die im Beitrag gezeigten Produkte. Der prĂ€sentierte Tisch war auch ratzfatz verkauft. Allerdings war das eher ein Strohfeuer; schon kurz danach wurde es wieder ruhiger.
Mal sehen, ob die Sendung einen langfristigen Werbeeffekt hat. Wenn nicht, ist das aber auch nicht schlimm, denn darum ging es mir nicht in erster Linie. Es war vor allem eine tolle Erfahrung.

Toller interessanter Beitrag. Nun hat man auch mal ein Gesicht. đ
GruĂ Thom
Schönes Filmchen, macht Spaà beim anschauen!