Familiäre Gespanntour ins Taubertal

Sommerzeit ist Campingzeit. Also habe ich mir am Wochenende meinen Kleinsten geschnappt, ihn ins Gespann gesetzt und ab ging’s Richtung Wertheim ins Taubertal.

Sommer, Sonne, Wochenende

Mit meinem Großen (aktuell 6 Jahre alt) bin ich in den letzten Jahren schon öfter mit dem Gespann ins Würzburger Umland gefahren, um eine Nacht zu zelten. Dafür braucht es keine große Vorbereitung, keinen Urlaub und nicht viel Geld. Trotzdem ist es ein kleines „Abenteuer“ und eine schöne Auszeit vom Alltag.

Eigentlich wollten wir dieses Wochenende erstmals zu dritt mit dem Gespann wegfahren, aber der Große hat sich spontan umentschieden, und so bin ich nur mit dem Kleinen (2 Jahre alt) losgedüst.

Mit dem Kind im Gespann unterwegs

Unser Ziel war mal wieder der Campingplatz Forelle im Taubertal, kurz hinter Wertheim. Samstag Nachmittag habe ich gepackt: Zelt, Isomatten und Schlafsäcke hinten auf den Kofferraum, Küchenkram und Verpflegung in den Beiwagen. Der Kindersitz musste für so eine Tour natürlich auch mit.

Zum Schutz vor Wind und Insekten habe ich die Scheibe an den Beiwagen geschraubt. Die ist zwar eine aerodynamische Katastrophe und senkt die Reisegeschwindigkeit gefühlt auf die Hälfte, aber sie macht das Reisen für den kleinen Sozius sehr viel angenehmer. Und eilig hatten wir es ja ohnehin nicht.

Durchs liebliches Taubertal

Camping in Wertheim

Nach dem Mittagsschlaf ging es los. Ich habe es sehr langsam angehen lassen, immerhin war es seine erste längere Fahrt. Wobei „längere Fahrt“ ein dehnbarer Begriff ist. Etwa 50 Kilometer ging es bei herrlichstem Sonnenschein über kleine Landstraßen, durch verschlafene Dörfer und sonnendurchflutete Wälder. Ein Stück ging es entlang des Mains, ab Wertheim folgten wir der Tauber bis zu unserem Zeltplatz. Nach etwa einer Stunde waren wir am Ziel.

Sonnenaufgang bei Wertheim

Der Zeltplatz Forelle liegt etwas abseits in einem Waldstück, direkt an der Tauber. Alles sehr grün, weitläufig und ruhig. Am Empfang wurden wir dank des Gespanns gleich wiedererkannt, schließlich haben wir in den letzten Jahren schon mehrfach hier campiert.

Sofort ging es an den Aufbau und mein kleiner Helfer wollte natürlich bei allem mitmachen. Wenig später war das Zelt aufgebaut und wir hatten Zeit für ein kleines Picknick mit Äpfeln und Keksen.

Campingplatz Forelle

Den restlichen Nachmittag haben wir auf dem Spielplatz verbracht, im Bach geplanscht und einen Spaziergang zur nahen Mühle gemacht. Wir lernten zwei Jungs kennen, die mit ihren Eltern auf einer Radtour waren. Die drei Kinder waren sofort unzertrennlich, schließlich lässt sich zu dritt noch viel mehr Blödsinn anstellen. 🙂

Zum Abendbrot gab es die obligatorischen Ravioli vom Gaskocher. Ohne die wäre es schließlich kein richtiger Campingausflug!

Campingausflug mit Kleinkind

So ein ereignisreicher Tag an der frischen Luft macht müde. Der kleine Mann hat es sich deshalb schon früh im Schlafsack gemütlich gemacht und nach 2 Geschichten aus Bullerbü schlief er tief und fest. (Dabei musste ich daran denken, dass ich 2012 mit meinem Gespann schon in Bullerbü war.) Ich habe den Abend mit einem bachgekühlten Dosenbier ausklingen lassen und bin kurz nach 21 Uhr ins Zelt gekrochen.

Morgenstund hat Gold im Mund

Keine schlechte Idee, denn mein Sohn ist ein Frühaufsteher. Das gilt ganz besonders für’s Camping, denn wenn kurz nach fünf die Sonne über die Berge blinzelt, dann war es das mit der Nachtruhe. Um halb sechs wurde ich geweckt: Mein Sohn saß auf mir, noch im Schlafanzug, aber schon mit Rucksack auf dem Rücken und allen Plüschtieren unter den Armen. Er strahlte mich an und rief „Papa, aufstehen! Abenteuer!“ 🙂

Wer kann da Nein sagen? Eine halbe Stunde konnte ich ihn noch mit Geschichten aus Bullerbü ruhigstellen, aber dann hielt ihn nichts mehr in seinem Schlafsack. Also haben wir uns gewaschen, angezogen, alles abgebaut und auf das Motorrad geladen. Natürlich möglichst leise, damit der Rest der Camper durch uns nicht gestört wird. Punkt 7 sind wir vom Platz gefahren.

Sonnenaufgang bei Wertheim

Abgesehen von ein paar Vögeln schlief noch immer alles und wir tuckerten durch den Morgennebel. Es war noch ziemlich frisch und wir waren eher sommerlich gekleidet, also fuhren wir ganz besonders langsam. Da aber außer uns noch niemand unterwegs war, war das kein Problem. Mit Tempo 50 ging es bis nach Wertheim.

Wertheim

Frühstück in Wertheim

Dort mussten wir feststellen, dass der Bäcker sonntags erst um 8 Uhr aufmacht. Also haben wir noch einen schönen Spaziergang durch die menschenleere Stadt gemacht.

Wertheim

Mit den Brötchen und Hörnchen haben wir uns eine Bank in einem kleinen Park mit Spielplatz gesucht. Dort gab es dann zum Frühstück leckere Marmeladenbrötchen. Auf meinen selbstgekochten Morgenkaffee musste ich leider verzichten, weil das Wasser nur noch für den Kleinen reichte. Der machte zwischenzeitlich den Spielplatz unsicher und schloss Freundschaft mit einem russischen Obdachlosen, der sich vor Freude gar nicht mehr einbekam.

Camping in Wertheim

Auf der Rückfahrt schlief mein Sozius dann ein bisschen und ich nutzte die unverhoffte Ruhe für einen Ausflug zum Erdbeerfeld, wo ich ein Pfund Erdbeeren als Nachtisch pflückte.

Alles in allem keine typische Motorradtour, aber trotzdem ein toller Ausflug!

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