10 Jahre Motorrad-Führerschein

Mir ist gerade erst aufgefallen: Dieses Jahr ist mein Motorradführerschein 10 Jahre alt geworden. Und was macht man anlässlich eines runden Jubiläums? Man zieht ein Fazit!

Eigentlich war ich schon früher auf zwei motorisierten Rädern unterwegs. 1998 habe ich meinen Autoführerschein gemacht (noch den alten 3er) und war fortan mobil. Mangels Geld für ein Auto wurde es aber nur eine Hercules MK2 mit sagenhaften 2 PS. 🙂

2005 ging es dann richtig los. Ich war 25 Jahre alt geworden und konnte direkt mit dem “großen” Motorradführerschein einsteigen. (Funfact am Rande: Finanziert habe ich den Schein mit dem Verkauf meiner Webseite www.betrunkene-dekorieren.de, die es leider seit ein paar Jahren nicht mehr gibt.)

Ab da ging es mit steigender Taktrate los:

  1. Suzuki “Bandit” GSF 600 S
    Das erste Motorrad, die erste große Liebe. Hat mich nie im Stich gelassen, auch wenn ich sie als Anfänger sicher sehr gequält habe. Getrennt wurden wir kurz und schmerzhaft durch einen wegrutschenden Hinterreifen in einer nassen Kurve. Ich blieb unverletzt, aber sie überschlug sich und musste wegen des krummen Rahmens leider geschlachtet werden.
  2. Yamaha XJ 600 S
    Eigentlich nicht meine sondern das Motorrad meiner Frau. Dementsprechend waren die Vorgaben: Klein, leicht, unkompliziert. Und das hat sie hervorragend erfüllt. Deshalb habe auch ich gerne zugegriffen, wenn gerade nichts anderes verfügbar war. Nach der Geburt unseres ersten Kindes war sie dann leider überflüssig und musste gehen.
  3. Kawasaki ZRX 1100
    Was für ein unglaublich geiles Motorrad! Knapp 100 PS und ein fantastisches Fahrwerk. Und auch meine ersten richtigen Umbauten: geänderte Instrumente, Lackierung, Sitzbank, Auspuff, Zündung per RFID, etc. Leider war sie ein Montagsmotorrad und hat nur Ärger gemacht. Zündaussetzer, unerklärliche Startprobleme, … Als dann auch noch die Dichtung unterm Ritzel undicht wurde und dafür der komplette Motor rausgemusst hätte, hatte ich die Nase voll.
  4. Kawasaki ER 500 Twister
    Sie stand sich als Untermieterin in meiner Garage jahrelang die Räder platt, bis ich die Besitzerin überreden konnte, sie mir zu verkaufen. Ich habe sie hergerichtet, ein paar Touren mit ihr gemacht und sie dann – wie geplant – verkauft. Die Konkurrenz in der eigenen Garage war einfach zu stark.
  5. MZ ES 250/2
    Eigentlich nur als Bastelprojekt gedacht, wurde eine richtige Liebe daraus. Zuerst als Solomaschine und dann als Gespann begleitet sie mich bis heute. Immer zuverlässig, aber immer auch Anlass zum Schrauben und Optimieren. Die geb ich nicht mehr her.
  6. MZ ES 250/2 – Nr. 2
    Obwohl ich viel Zeit und Geld in die Restaurierung gesteckt hatte, stand unsere Beziehung unter keinem guten Stern. Kolbenfresser, Motortausch, Getriebeprobleme – wir wurden einfach nicht warm miteinander. Der Verkauf hat mir deshalb nur finanziell weh getan.
  7. MZ TS 250 – “Ratracer”
    Mein erstes “richtiges” Umbauprojekt, zu dem ich wohl nicht mehr viel sagen muss. Die geb ich auch nicht mehr her. 🙂
  8. Hercules Liliput
    Ein echter Scheuenfund als Deko für’s Arbeitszimmer! Mein zwischenzeitlicher Versuch, sie doch zum Laufen zu bringen, scheiterte an einem schrottreifen Motor und einer ellenlangen Liste von Fehlteilen. Also bleibt sie erstmal Deko.
  9. Suzuki “Bandit” GSF 600 S – Nr. 2
    Ich war frustriert von meinen gerade nicht laufenden MZetten, sie war billig und die Erinnerung an meine erste Motorradliebe hat die Entscheidung leicht gemacht. Seitdem nutze ich sie gerne als flottes Reisemotorrad und bei schlechtem Wetter.
  10. Suzuki “Katana” GSX 400 F
    Die “Neue”, die mir als Basis für mein nächstes Bastelprojekt dienen soll. Bis jetzt bin ich von ihr begeistert. Hoffentlich enttäuscht sie mich nicht. 😉

Für die Datenfetischisten (wie mich) hier noch eine Auswertung meines wechselnden Fuhrparks nach Baujahr, Hubraum und Leistung. Eine wirkliche Tendenz lässt sich nicht ablesen, dafür sind die Motorräder teilweise zu unterschiedliche und die Ausreißer zu extrem.

baujahrHubraum LeistungInteressant wäre die jeweilige Kilometerleistung, aber dazu habe ich keine Aufzeichnung.

Gibt es sonst noch was aus 10 Jahren Motorradführerschein zu berichten? Eigentlich nicht. Keine schlimmen Unfälle, keine gravierenden Rechtsverstöße. (Nach Jahren der Leere findet sich auf meinem Flensburger Konto momentan ein einsamer Punkt) Hoffen wir, dass es dabei bleibt!

Mal schauen, was die nächsten 10 Jahre bringen. 🙂

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