Meine neue (und hoffentlich letzte) Werkstatt

Während die Renovierungsarbeiten an meinem Haus immer noch andauern, ist immerhin schon die Werkstatt fertig. Zeit, einen wehmütigen Blick auf die letzte zu werfen. Und einen begeisterten auf die neue!

Ein Blick zurück – meine alte Werkstatt

Meine alte Werkstatt war ca. 15 m² groß, außerdem hatte ich in der angrenzenden Scheune noch mal soviel Platz als Lager. Um sie beziehen zu können, musste ich sie erst sanieren: Wände teilweise verputzen und streichen, Elektrik verlegen, ein Tor anfertigen und einbauen etc. Fertig eingerichtet sah sie so aus:

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Der Blick auf die Werkbänke und den Schweißtisch.

15 m² sind nicht viel, war für mich aber ein großer Schritt nach vorne. Vor allem weil es wirklich nur Werkstatt war, und nicht auch noch Garage, Lager etc. Endlich hatte ich einen Platz nur zum Schrauben und Basteln. Trocken, mit Licht und Strom (sogar Starkstrom!) und einem richtigen Tor. Welten besser als die Garage, in der ich vorher geschraubt habe!

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Der Schweißtisch stand direkt am Tor, so dass die Schweißgase mit dem Ventilator direkt rausgepustet werden konnten.

Natürlich hatte sie auch ein paar Nachteile: Die Deckenhöhe war mit ca. 190 sehr knapp bemessen. Ich habe mir mit meinen 180 zwar nie den Kopf gestoßen, aber dafür ständig die Schweißmaske. Ich bin also immer etwas gebückt gelaufen.

Noch ärgerlicher: Es gab kein Klo. Immerhin einen Bäcker in Laufweite, wo ich öfter mal eine Kaffe- und Pinkelpause gemacht habe. Eine Heizung gab es übrigens auch nicht. Mit Winterjacke, Infrarotstrahler und kleinem Heizlüfter bin ich aber gut durch die Winter gekommen.

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Die “Maschinenseite”. Auf dem Foto fehlt noch das Wuchtgerät und die Presse, die später eingezogen sind.

Blöd war auch, dass die Werkstatt im Garten eines Privathauses stand. Wir haben uns zwar gut verstanden, aber trotzdem hatte ich häufig das Gefühl, dass ich irgendwie störe. Abends oder am Wochenende schrauben ging dadurch auch nur eingeschränkt.

Außerdem war die Werkstatt knapp 10 km von meiner Wohnung entfernt. Mal schnell ein Werkzeug holen bedeutete immer 20 Minuten Fahrt.

WerkstattWirklich toll war, dass ich mit dem Auto bis direkt vor die Werkstatt fahren konnte. Und mit dem Motorrad bis rein. Ein Gespann hat zwar nicht reingepasst, dafür aber in die Scheune. Man konnte also auch bei Regen bequem am Zweirad schrauben.

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Die leergeräumte Werkstatt nach meinem Auszug.

Mach’s gut, Werkstatt! Ich werde Dich in guter Erinnerung behalten.


Die neue Werkstatt

Meine neue Werkstatt befindet sich im ehemaligen Kuhstall in der Scheune, direkt neben meinem Haus in Gramschatz. Beim Kauf vor 1,5 Jahren sah es in der Werkstatt so aus:

KuhstallLoser Putz an den Wänden, eine wurmzerfressene Treppe mit losen Stufen, keine Türen,…

Kuhstall… rostige und durchhängende Stahlträger, gammelige Futtertröge, ein bröckeliger und völlig schiefer Fußboden aus Mörtel-Estrich-Naturstein-Ziegelresten, …

Kuhstall… nur ein trübes Glasbausteinfenster und stellenweise klitschnasse Wände mit hindurchwachsenden Wurzeln. Also ein eher mittelguter Zustand. 😉


Heute sieht die Werkstatt so aus:

Die Wände wurden vom alten Putz befreit und neu verfugt. Das war eine Mammutaufgabe, denn zwischen den Natursteinen lag nur loser Sand und Dreck, teilweise klafften kopfgroße Löcher in der Mauer.

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Meine Schweißecke mit Eingangstür und Fenster

Der alte Fußboden kam natürlich raus und ein neuer Betonfußboden rein. Zum Schluss wurde er noch mit Werkstattfliesen gefliest.

Die Decke habe ich größtenteils nur neu gestrichen, teilweise musste sie aber auch verputzt werden. Die Stahlträger wurden abgeschliffen und schwarz lackiert. In der Mitte wurde der durchhängende Stahlträger ca. 4 cm angehoben und eine stabile Stahlstütze daruntergesetzt.

Eingangsbereich der Werkstatt

Der Eingangsbereich mit Schweißtisch und Kleinteileregal. Rechts sieht man die Tür zur Scheune.

Im Eingangsbereich habe ich eine neue Tür und ein neues Fenster eingebaut. Dazu habe ich die Fensteröffnung vergrößert, einen neuen Sturz und außen ein neues Fensterbrett eingesetzt. Fenster und Tür habe ich selbst gebaut. Der Durchgang zur Scheune musste noch radikaler geändert werden, da die alte Türöffnung für den neuen Fußboden zu niedrig war. Also musste die komplette Wand über der Tür mitsamt einem Deckensegment raus und neu gegossen bzw. gemauert werden. Jetzt sitzt dort eine Brandschutztür. Nicht zu vergessen die Dachbodenluke, die im Rahmen der Neubeplankung des Dachbodens gebaut wurde.

Zwischen Eingangstür und Durchgang zur Scheune steht ein Regal, in dem die ganzen Kleinteile und Verbrauchsmaterialien liegen.

Die Treppe habe ich ebenfalls neu gebaut, einfach aus 2 Stahlwangen und Baudielen als Stufen.

Werkstatttreppe

Die Treppenkonstruktion ist sehr einfach, aber günstig, platzsparend und mehr als stabil.

Als Beleuchtung gibt es insgesamt 8 LED-Röhren für helles Licht, 6 warmweiße Spotstrahler für gemütliches Licht und noch 2 LED-Panels über Schweißtisch und Werkbank als Arbeitsleuchten.

Die Rückwand bekam eine vorgesetzte Wandverkleidung aus OSB-Platten, an der die ganzen Strom- und Druckluftdosen, Verteilerkasten etc. befestigt sind. Hinter der Wand konnte ich die Kabel und Schläuche verstecken und dank Keilleisten (“French Cleat”) kann ich alles mögliche daran aufhängen. Luftlöcher kurz über dem Boden sorgen dafür, dass sich dahinter keine Feuchtigkeit staut.

Werkstatt

Die French-Cleat-Werkzeugwand

Einen Heizkörper wird es übrigens auch irgendwann noch geben. Vom geplanten Werkstattofen habe ich mich aber aus Kosten- und Sicherheitsgründen verabschiedet.

Ein Urinal und ein Waschbecken gibt es nebenan im Technikraum. Ein richtiges Bad gibt es natürlich im Haus. Der Kompressor steht mittlerweile auch im Technikraum, wo der Lärm niemanden stört.


Die 3 Werkbänke

Es gibt insgesamt 3 Werkbänke:

Den Schweißtisch mit Ablage direkt am Fenster. Hier habe ich gutes Licht, frische Luft durch die Tür und obendrein eine Absauganlage (die leider immer noch nicht funktioniert).

Die große Werkbank, die frei im Raum steht und an der man von beiden Seiten arbeiten kann, bei Bedarf auch mit mehreren Personen. Sie besteht auf der einen Seite aus 2 alten Küchenunterschränken, die ich mit OSB verkleidet habe. Auf der anderen Seite aus einer alten Kindergartenkommode mit 18 großen Schubfächern. Also insgesamt sehr viel Stauraum und obendrein sehr stabil.

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Links die große, beidseits nutzbare Werkbank, rechts die schmale unter der Werkzeugwand.

Und dann noch die schmale Werkbank unter der Werkzeugwand. Hier stehen kleine Geräte wie Schleifbock und Lötstation, sie dient aber eher als Ablage. Ablageplatz kann man schließlich nie genug haben.


Nicht nur Arbeits-, sondern auch Lebensraum

Die Werkstatt soll aber nicht nur ein Arbeitsplatz sein, sondern auch ein Ort, an dem man sich gerne aufhält und vielleicht mal mit Kumpels ein Bier trinkt. Deshalb habe ich eine gemütliche Ecke mit Ledersessel und schöner Deko geplant.

Sitzecke in der Werkstatt

Die noch etwas ungemütliche Sitzecke.

Es hängt zum Beispiel schon die “Wasserleiche” an der Wand – eine Hercules Liliput, die aus der Donau gezogen wurde. Die Ecke muss aber noch schöner werden. Das mache ich, wenn der Heizkörper drin ist und ich etwas mehr Zeit und Ruhe habe. Musik gibt es schon: Ein Tablet für Spotify, ein Verstärker und 2 Boxen, mittlerweile sogar mit Internet und WLAN.

Die Wasserleiche: Hercules Liliputt 98ccm

Die Wasserleiche, eine Hercules Liliputt 98ccm aus der Donau

Ein Manko an der Werkstatt ist, dass sie zum Motorradschrauben nicht ganz perfekt ist. Die Eingangstür hat eine Stufe und ist relativ schmal. Ein normales Motorrad bekommt man mit Rampe rein, notfalls mit angelegten Spiegeln. Ein Gespann aber nicht. Aber dafür gibt es noch die Scheune und das Motorradschrauben steht ohnehin nicht mehr so im Vordergrund.

Hier noch ein aktuelles Foto mit Weihnachtsdeko. Gemütlich, oder? 😉

Weihnachtswerkstatt

Hier entstehen auch viele Weihnachtsgeschenke, deshalb habe ich die Werkstatt weihnachtlich geschmückt.

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2 Gedanken zu „Meine neue (und hoffentlich letzte) Werkstatt

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